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statt erzählte, konntest du schon erkennen, wie notwendig es rst, vor dem
Ausbruch eines Lohnkampfes die Aussichten auf den Sieg richtig zu beur
teilen. Dazu gehört aber vor allem auch, daß man den Widerstand des
Gegners richtig einschätzt. Geht es einem Unternehmer gut und hat er dre
Hände voll zu tun, dann wird er viel leichter in eine Lohnerhöhung ern-
willigen, als einen Streik riskieren; denn er macht ihm sicher großen
schaden, während er, wenn flott weitergearbeitet wird, so viel Gewinn
macht, daß er einen kleinen Teil davon den Arbeitern überlassen kann, ohne
selbst viel davon zu merken. Geht aber das Geschäft schlecht, ist der
Gewinn des Unternehmers sowieso schon gering und stockt der Absatz, dann
verliert der Unternehmer nicht viel durch die Arbeitseinstellung: im Gegen
teil, er braucht in dieser Zeit keine Löhne zu zahlen und kann sein Waren
lager ausverkaufen. In eine Lohnerhöhung wird er aber gerade dann erst
recht nicht einwilligen, denn die würde ihm seinen Gewrnn zu sehr verkürzen,
«ieber wird er den Widerstand bis zum Aeußersten trerben und eventuell
sogar das Geschäft aufgeben. Ein tüchtiger Gewerkschaftsbeamter muß das
alles berücksichtigen, er muß den Markt und das Geschäft genau kennen,
bevor er ein Urteil über die Zulässigkeit eines Lohnkampfes abglbt. Aber
das ist noch nicht alles. . ,
Wenn die Löhne in einem Betrieb steigen, ist es oft für den Kaprtalrstelr
rentabler, neue Maschinen aufzustellen, die die Menschenkraft ersetzen,
Amerika, wo die Löhne am höchsten sind, werden viel mehr Maschrnen ver
wendet als zum Beispiel bei uns. In China aber, wo dre Löhne entsetzlich
niedrig sind, wird fast alles mit der Hand gemacht. Wenn also m irgend
einer Fabrik Lohndifferenzen ausbrechen und der Gewerkfchaftsbeamie
beurteilen will, ob man in einen Lohnkampf eintreten soll, muß, er sich
auch die Frage vorlegen, ob die verlangte Lohnerhöhung nicht die
üellung neuer Maschinen für den Unternehmer rentabler macht, ob dadurch
nicht noch mehr Kollegen brotlos werden, auf der anderen Seite aber auch,
ob der Unternehmer nicht lieber jene Maschinen einführen und die Lokni-
erhöhung bewilligen, als es auf einen langwierigen Lohnkampf ankommen
lassen wird." , , •
„Donnerwetter!" rief Karl ganz entsetzt. „Da brummt einem w. der
Schädel, wenn man all das hört. Ich hätte mir die Entscheidung über einen
Streik gar nicht so schwer vorgestellt."
„Ja, seht ihr," antwortete ich, „die Gewerkschaften _ wissen schon,
warum und wozu sie Beamte anstellen. Der einzelne Fabrikarbeiter tennt
den Betrieb, in dem er arbeitet, und die Uebelstände, die dort herrschen,
genauer als der Gewerkschaftsbeamte; aber den Ueberblick über das ganze
Gewerbe kann er sich nicht verschaffen. Dazu fehlt es ihm schon an der Zeit.
Dazu muß einer eigens angestellt sein, und auch dann noch ist es oft eine
schwierige Sache, die viel Wissen und feinen Takt, die einen ganzen Mann
/,Jd, aber sind denn diese Kämpfe überhaupt notwendig?" fragte nach
einigem Schweigen Wilhelm. „Dadurch erbittern doch die Arbeiter die
Unternehmer. Würden sie nicht auf friedlichem Wege eher etwas erreichen?"
1 „Nun, das ist ja schon genug versucht worden", antwortete ich. „Bevor
cs noch Gewerkschaften gab, hätten doch die Unternehmer reichlich Gelegen
heit gehabt, ihre Großmut zu zeigen. Damals ist ihnen aber davon gar
nichts eingefallen. Erst als ihnen später die Organisationen der Arbeiter
zu Leibe gingen, da fingen sie zu schreien an, sie hätten ja gern alles Mdg-