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Tarifvertrag abgeschlossen hat. Um die Wasserkraft des eigenen
Isarkanals auszunutzen hat die Fabrik einige Wasserturbinen
zum Antrieb der Arbeitsmaschinen angelegt, deren Kraftspendung
noch durch 3 Dampfmaschinen unterstützt wird, da
infolge der ausgedehnten Gebäudeanlage eine Kraftübertragung
erschwert ist und außerdem die gepreßte Lohe gut als Feuermaterial
durch Benutzung des „Münchener Stufenrostes“ Verwendung
findet. Eigene Zubereitungsstätten für Lacke und für
die sonstigen Hilfsmittel, die für die Lederverarbeitung notwendig
sind, vervollkommnen die Betriebsanlage, welche imstande
ist jährlich 60 000 gepresste Rindhäute und 15 000
Schweinshäute herzustellen. Heute gilt dieser Betrieb als führend
auf dem Gebiete der Lacklederfabrikation für Wagen- und
Automobilbekleidung.
Im Gegensatz zur Gründung dieser Lederfabrik ist die
Anlage des zweiten Münchener Großbetriebes, der Lederfabrik
Biederstein von Gebrüder Hesselberger
nur infolge des veränderten Konsums erfolgt. Die Firma
Gebr Hesselberger selbst besteht schon über 50 Jahre in
München als Lederhandlung und hat sich heute als Leder- und
Häutegroßhandlung in selbständigem, von der Fabrik getrenntem
Betriebe einen bedeutenden Namen in Handelskreisen
erworben. Die ursprüngliche Lederhandlung hatte stets ausgedehnte
Militärlieferungen für den bayerischen Staat auszuführen,
welche verloren zu gehen drohten, als die Militärbehörde
verlangte, daß die Lieferanten das Leder auch selbst
herstellten Die Firma entschloß sich deshalb eine Fabrik
zu errichten, umso mehr, als in Bayern die Lederindustrie
nur in geringem Maße entwickelt war. Mit dem kolossalen
Aufschwung, den die gesamte deutsche Lederindustrie im letzten 1
Jahrzehnt genommen, hat die im Jahre 1890/91 gegründete
Lederfabrik Biederstein sowohl in Bezug auf Produktion als
auch durch Anpassen an die Modeartikel Schritt gehalten.
Heute gelten als die Hauptartikel der Firma nicht nur Sohlund
Vacheleder, sondern auch Maschinenriemenleder, Sattlerleder
sowie sämtliche Leder für Militärbedarf. Die Fabrik,
welche mit den modernsten Lederbearbeitungsmaschinen — wie
Spalt-, Blanchier-, Falz- und Ausstoßmaschinen, Walzen, Ent-