Full text: München als Industriestadt

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und Bucheinhängemaschine und endlich über 50 Hilfsma 
schinen für Kraft- und Handbetrieb, während den Bestand 
der Buchdruckerei 18 Schnellpressen, 4 Tiegeldruckpressen und 
eine Liniiermaschine bilden. Alle Maschinen haben den schon 
besprochenen elektrischen Einzelantrieb durch 65 Motoren. 
Die elektrische Kraftzuleitung geschieht teils vom städtischen 
Elektrizitätswerke an der Isar, teils von zwei Dynamomaschinen, 
welche von einer Dampfmaschine von ca. 85 PS betrieben 
werden. Die Arbeiterverhältnisse sind sehr günstige, die Löhne 
und alle sonstigen Arbeitsbedingungen sind durch den des 
öfteren erwähnten allgemeinen Buchdruckertarif geregelt. 
Die Firma R. Oldenburg kann auf eine umfangreiche und 
ersprießliche Tätigkeit zurückblicken. Ihr Absatz, der sich 
größtenteils auf Süddeutschland erstreckt, geschieht zu etwa 
60 o/ 0 für Fremde als „Lohndruck, wie Kataloge, Preislisten, 
und andere merkantile Sachen, und 40 o/„ für den eigenen Ver 
lag. Auf ihrem eigentlichen Felde, dem Verlage , wandte die 
Firma sich früh bestimmten Richtungen zu. Wie schon ange 
deutet, erfuhr die Schulbuchliteratur eine besondere Pflege. 
Außerdem wurden Werke von grundlegender Bedeutung aus 
den Gebieten der Rechts- und Staatswissenschaft, der Natur 
wissenschaften, der Geschichte, Länder- und Völkerkunde, der 
Technik, Kriegswissenschaft und schönen Literatur verlegt. In 
die Erledigung der Arbeiten des Verlags teilen sich heute 
etwa 50—60 Personen. 
Ähnlich, wenn auch nicht so ausgeprägt wie hier, haben 
sich die schon genannten Firmen Bruckmann einen religi 
ösen Kunstverlag und Knorr und Hirth einen modernen Buch- 
und Kunstverlag angegliedert. Der Begründer der letzten 
Firma, Dr. Georg Hirth, hat dadurch, daß er seine vielen 
eigenen Publikationen selbständig nach eigenem Geschmack 
in Ausstattung und Druck herausbringen wollte, wie zu vielem 
in München auch zum Ausbau des modernsten Verlagswesens 
den ersten mutigen Anstoß gegeben. Andere große Verlags 
firmen folgten und bald marschierte sogar München unter 
den Städten an erster Stelle, die Kunstblätter und vor allem 
Prachtwerke über Kunst auf den Markt bringen, die oft Hunderte 
von Mark kosten und von hier aus in die ganze Welt hinaus
	        
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