Full text : Wie muß sich das Stickstoff-Monopol gestalten?

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annähernd  in  ausreichendem  Maße  den  Bedarf  zu  decken  vermochten,
hieß  es,  schleunigst  so  weit  wie  niöglich  die  Fehlbeträge  zu  ersetzen,  wozu
nur  die  Luftstickstoffgewinnung  in  der  Lage  sein  konnte.  Die  Staatsregierung ­
  hat  denn  auch  dafür  gesorgt,  so  schnell  wie  möglich  das
Nötige  in  die  Wege  zu  leiten  und  der  Stickstoffindustrie  die  Anpassung
an  die  neuen  Verhältnisse  zu  erleichtern.  Sehr  richtigerweise  hat  nian
nicht  nur  ein  Verfahren  gewählt,  obwohl  das  vielleicht  rechnerisch  Vorzüge ­
  hätte  bieten  können.  Da  aber  angesichts  der  Aushungerungspläne ­
  unserer  Feinde  die  ausreichende  Stickstoffversorgung  der  deutschen
Landwirtschaft  Lebensbedingung  für  uns  war,  von  anderen  Anforderungen ­
  an  den  heimischen  Stickstoffmarkt  zu  schweigen,  so  konnte  weise
Vorsicht  nur  zu  ihrem  Rechte  kommen,  weinr  die  im  großen  als  durchführbar ­
  erprobten  Stickstoffgewinnungsverfahren  beide  gefördert  wurden, ­
  also  sowohl  die  Frank-Caro  sche  Kalkstickstoffgewinnung,  wie
die  Ammoniakherstellung  nach  Haber.  Und  bei  schneller  Inangriffnahme ­
  der  erforderlichen  Einrichtungen  war  zu  erwarten,  daß  gerade
dann,  wenn  nach  Verbrauch  der  Vorräte  das  oben  angegebene.  Mindestmaß") ­
  der  Versorgung  unserer  heimischen  Landwirtschaft  mit  27  000
Tonnen  Düngestickstoff  fürs  Jahr  erreicht  zu  werden  drohte,  durch  neu
aus  der  Lust  gewonnenen  Stickstoff  wieder  der  Gefahr  begegnet  werden
konnte.
Sobald  die  neuen  Werke  völlig  im  Betriebe  sind,  werden  sie,  da  unvorhergesehene ­
  Störungen  wohl  als  ausgeschlossen  gelten  dürfen,  schwefelsaures ­
  Ammoniak  nach  Haber  in  Mengen  von  zunächst  jährlich  61  500
Tonnen  Stickstoff  liefern,  d.  h.  sechs  Zehntel  des  uns  früher  aus  Chile
zufließenden  Düngestickstoffs.  Kalkstickstoff  wird  uns  aber  zwischen
76  000  und  80  000  Tonnen  Stickstoff  bieten,  somit  reichlich  drei  Viertel
des  sonst  als  Chilesalpeter  gebrauchten  Düngestickstoffs.  Wir  kommen
daher,  wenn  wir  noch  etwaigen  Bedarf  von  anderer  Seite  vorsichtig
abziehen,  auf  die  Menge  von  etwa  130  000  Tonnen  Düngestickstoff,
die  für  das  weitere  Kriegsjahr  zunächst  der  deutschen  Landwirtschaft

8)  Ohne  daß  man  sicher  urteilen  kann,  ist  anzunehmen,  daß  dasselbe  ohne
umfangreiche  Neuherstellung  von  gebundenem  Stickstoff  mit  der  Zeit  infolge
wachsender  Anforderungen  von  anderen  Seiten  bis  auf  Null  herabgegangen  wäre,
so  daß  für  die  deutsche  Landwirtschaft  nur  noch  die  in  der  Wirtschaft  selbst  gewonnenen ­
  Stickstoffdüngemittel  und  ein  wenig  schwerer  löslicher  Knochen
mehlftickstoff  u.  dgl.  übrig  geblieben  wäre.
            
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