Full text : Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

Der  Gehalt  der  Sole  im  Pumpenbetrieb  war  ein  außerordentlich  schwankender. ­
  Auf  der  Saline  zu  Schwenningen  nahm  der  Salinen-Verwalter  Friedrich ­
  von  Alberti  nach  dieser  Richtung  hin  Versuche  vor,  die  hier  mitgeteilt  seien.
Die  Versuche  erfolgten  am  8.  September  1824  bei  dem  Bohrloch  Nr.  3,  das
eine  Tiefe  von  584  Fuß  besaß.  Der  Betrieb  des  Bohrloches  hatte  sechs  Tage
geruht.  Um  die  Gehaltsverhältnisse  der  Sole  festzustellen,  wurden  messingene
Aufsatzröhren  von  150  Fuß  Länge  verwendet.  Die  lichte  Weite  der  Röhren
betrug  3  Zoll.  Die  Saugröhren  reichten  etwa  17  bis  18  Fuß  in  das  Steinsalz. ­
  Das  Horizontal-Wasser  stand  38 1 / 2  Fuß  unter  der  Hängebank,  während
sich  die  Hub-Höhe  auf  2  Fuß  belief.
Uebersicht  des  Zoleirgehalts  beim  Bohrloch  Uo.  5 1 ).

4

Beim

16.  Hub

%
4 1 /»

Beim  30.  Hub

%
3 A

Beim  130.  Hub

°/o
7-872

17.  „

4  '/*

„  81.  „

Va

„  131.

10—11-/4

„

20.  „

3

33.

Vs

„  132.

13-/2—1474

„

21.  „

2%

36.

Vl6

„  133.

17—18-/4

„

22.  „

2V2

„  101.  „

Vs

„  134.

20—21

„

24.  „

2'A

„  124.  „

7*

„  135.

" n

22-/2—23

„

25.  „

2

„  125.  „

S A

„  136.

24-A—25

„

26.  „

1  s /i

„  126.  „

1

„  137.

25-/4—26

„

27.  „

IV*

..  127.  „

2

„  138.

26-/4—2674

„

28.  „

l l A

„  128.  „

272  -8

„  143.

27

*

29.  „

1

„  129.  „

4—572

Im  Anschluß  hieran  wollen  wir  hier  die  chemische  Zusammensetzung  der
Sole  auf  der  Saline  Schwenningen  mitteilen,  wobei  wir  den  von  Fehling  angestellten ­
  Untersuchungen  folgen.  Die  untersuchte  Sole  wurde  dem  Bohrloch
Nr.  5  entnommen,  welche  Sole  mit  denjenigen  anderer  Bohrlöcher  Schwenningens ­
  in  der  chemischen  Zusammensetzung  nur  wenig  Unterschiede  zeigt  Es
enthalten  100  Teile  Sole^):
Chlornatrium  25,2794  mit  15,8817  Chlor

Chlorcalcium
Schwefelsauren  Kalk
Kohlensauren  Kalk
Salze

0,0276
0,4553
0,0278

0,0176

25,7901
Wasser  74,2099
Die  Sole  ist  klar  und  enthält  Spuren  von  Eisen.  Die  chemische  Untersuchung ­
  des  Kochsalzes  von  Schwenningen  zeitigte  folgendes  Ergebnis.  Es  enthielten ­
  100  Teile  Kochsalz:
Chlornatrium
Schwefelsauren  Kalk
Kohlensauren  Kalk
Wasser

96,5050
1,4136
0,0845
1,9969

100,0000
Das  untersuchte  Salz  ist  ein  feinkörniges,  in  12stündiger  Siedezeit  erzeugtes ­
  Kochsalz.
Wie  schon  eingangs  ausgeführt  wurde,  gaben  die  günstigen  Bohrergebnisse
bei  Schwenningen  der  württ.  Regierung  Veranlassung,  zur  Gründung  einer
2)  Fehling,  Chemische"  Untersuchung  der  Solen  auf  den  Kgl.  württ.  Salinen.
Stuttgart  1847,  S.  78.
            
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