Object: Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

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Serbien. Textilindustrie. 
Im Inlande gewonnene Rohstoffe. 
Im Inlande wurden folgende Rohstoffe gewonnen: 
7600 t rohe Wolle im ungefähren Werte von 12,1 Mill. Mk. 
7211 Flachs „ „ „ „ o,S „ „ 
362 t Kokons „ „ „an Seide von . . . . 1,0 „ 
13,6 Mill. Mk. 
Wolle. Die Schafzucht ist in Serbien nicht unbedeutend und die 
gewonnene Wolle wird fast ganz im Inlande verarbeitet. 
Flachs. Die Flachsgewinnung wird erst in den letzten Jahren stärker 
gefördert. Nach dem Annuaire internationale de statistique agricole Rome 
betrug der Ertrag an Leinenfaser 
1909/10 1910/11 1911/12 
3861 7211 9481 
Seide. Die Seidenkultur ist ebenfalls erst in der Entwickelung begriffen. 
Das deutsche Konsulat in Belgrad berichtet darüber wie folgt J ): 
Für die Züchtung von Seidenraupen sind in Serbien alle Vorbedingungen 
vorhanden. Im Jahre 1910 waren allerdings hierin keine günstigen Erfolge zu 
verzeichnen. Im ganzen wurden 1910 den Raupenzüchtern von der unten er 
wähnten Seidenkulturgesellschaft 362016 kg Kokons abgekauft. 
Der gesamte Handel mit roher Seide und der Aufkauf der Kokons liegt 
in den Händen der im Jahre 1900 gegründeten Seidenkulturgesellschaft, welche 
die gewonnene Seide fast ausschließlich nach Italien ausführt. Die der Gesell 
schaft seinerzeit erteilte Konzession wurde im Jahre 1909 auf 20 Jahre verlängert 
und ihr dadurch das ausschließliche Recht des Aufkaufs der in Serbien erzeugten 
Seide auf lange Zeit zugesichert. Die Gesellschaft ist auch verpflichtet worden, 
eine Seidenspinnerei zu errichten. 
Produktion der Textilindustrie Serbiens. 
Die Baumwollindustrie. Es existiert nur eine größere Baumwollspinnerei 
in Nisch (1911 errichtet), die mit 3200 Spindeln arbeitet und hauptsächlich 
Strickgarne von Nr. 6 bis 24 für die Hausindustrie herstellt 2 ). Außerdem wurde 
eine Abfallspinnerei mit 800 Spindeln einer Belgrader Weberei angegliedert. 
Die Anzahl der Baumwollwebereien, die gleichzeitig auch Leinen weben, ist 
eine größere. In Belgrad wurde eine Weberei mit 200 Webstühlen errichtet, 
die gleichzeitig auch Bleicherei und Druckerei betreibt. Eine zweite Baum 
wollweberei wurde in Uzice errichtet. In dieser laufen etwa 130 Webstiihle. 
Erzeugt werden Baumwoll- und Leinengewebe in weißer und bunter Ware. 
Leskovac besitzt eine Baumwoll- und Leinenweberei mit 220 Webstühlen; 
ferner hat Nisch eine mechanische Weberei mit 150 Webstühlen. Trikotagen- 
fabriken, wenn auch geringeren Umfangs, sind mehrere vorhanden. Auch in 
J ) Nachrichten für Handel und Industrie 1911, Heft 109. 
s ) Die Daten entstammen zum Teil einer Veröffentlichung von Dr. Herrmann v. Sauter 
im österr. „Handelsmuseum“, Wien 1911.
	        
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