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VII. Kapitel.
Menge von „Greenbaeks“. Diese sind Noten der Regierung der Vereinigten
Staaten. Unter dem Gesetze vom Jahre 1875 wurden die „Greenbaeks“
mit dem Jahre 1879 in genügender Anzahl eingezogen, um die Parität mit
Gold wiederherzustellen. Durch ein Gegengesetz vom Jahre 1878 wurden
jedoch 847,000,000 davon in Zirkulation erhalten, die sich noch jetzt in
Umlauf befinden. Sobald eine Einlösung dieser „Greenbaeks“ stattfindet,
muß ihre Wiederausgabe erfolgen; sie können nicht eingezogen werden. Sie
bilden einen festen Bestandteil unseres Geldpotpourris, der weder aus
dehnungsfähig noch zusammenziehbar ist. Sie sind mit dem Golde im
gleichen Werte erhalten worden, weil sie 1. in ihrer Quantität beschränkt sind,
2. auf Verlangen in Gold eingelöst werden können, 3. weil sie für Abgaben zu
lässig und gesetzliches Zahlungsmittel sind. Doch ist es absurd, einzulösen, aber
nicht zurückzuziehen, — ja tatsächlich fast ein logischer Widerspruch. Diese
Sinnwidrigkeit hat die Regierung zuweilen in ernste Verlegenheiten gebracht.
Der nächst zu betrachtende Bestandteil unseres Kurantgeldes ist die
Banknote. Obgleich die National-Bank-Gesetze mit dem alten Durcheinander
von Staatsbanknoten aufräumten, verkoppelten sie die neuen Noten mit
der Kriegsschuld, und trotz der Tatsache, daß dieseVerbindung längst keine
Vorteile mehr aufwies, ihre Nachteile jedoch immer ausgesprochener zutage
traten, blieben beide seither miteinander festverbunden. Gesetzmäßig
kann die Ausgabe von Nationalbanknoten die Staatsschulden nicht über
schreiten, wie dringend der Bedarf hierfür auch sein mag; und die Regierung
kann ihre Schulden nicht bezahlen, ohne damit die Nationalbanken zu
zwingen, ihre Noten in dem gleichen Betrage einzuziehen.
Eine der merkwürdigen Anomalien der Situation ist, daß die Preise
von Obligationen der Vereinigten Staaten so hoch sind und der Zinsfuß
dieser Obligationen folglich so niedrig ist, daß tatsächlich ein geringerer
Antrieb dadurch gegeben wird, in Gegenden Banknoten auszugeben, wo
der Zinsfuß hoch ist (z. B. im Westen), als in solchen Gegenden, wo er (wie
im Osten des Landes) niedrig ist.
Das Resultat ist ein unelastisches Währungssystem, das, anstatt sich
den im Handel vorkommenden jahreszeitlichen Schwankungen anzupassen
und auf diese Weise die sich ergebenden Variationen im Preisniveau abzu
schwächen, eine harte und feste Masse bleibt, der sich die anderen Elemente
in der Verkehrsgleichung anpassen müssen 1 ).
l ) Das Aldrich-Vreeland-Gesetz vom Jahre 1908 hat diese Situation nicht geändert.
Wenn es auch in bezug auf die Abschwächung von Krisen noch so nützlich ist, so gibt es
doch dem Umlaufsmittel keine Elastizität in gewöhnlichen Zeiten. Wenigstens ist diese
Wirkung bisher nicht zutage getreten.