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vereine in Angriff nehmen, um die von ihnen vertriebenen Waren selbst
herzustellen. Es können dann aber überhaupt alle Aktiengesellschaften
ıierher gezählt werden, was allerdings dem Sprachgebrauch durchaus ent-
yegen ist. Produktivgenossenschaften im engeren Sinne sind dagegen pro-
duktive Unternehmungen gewerblicher oder landwirtschaftlicher Art, bei
welchen die Arbeiter zugleich die Unternehmer sind, also die Leitung
selbst in der Hand haben, den Geschäftsgewinn teilen und gemeinsam
das Risiko tragen. Nur diese Art haben wir bei der folgenden Be-
sprechung im Auge., Wie schon erwähnt, sind es besonders Robert
Owen in England, Buchez in Frankreich gewesen, welche dort die
Gründung von Fabriken, aber auch die Uebernahme des Betriebes
:andwirtschaftlicher Güter durch Arbeiter selbst auf Grund ihnen ge-
währter Darlehen veranlassten. Demselben Gedanken folgend haben
Fabrikanten und Gutsbesitzer den Betrieb und den Besitz ihrer Unter-
nehmungen ihren Arbeitern selbst überlassen, und sie. allmählich auch
unter ihrer Aufsicht und Leitung in den Besitz derselben hinüber-
geführt,
Im grossen Ganzen sind diese Versuche aber nur von geringem
Erfolg gekrönt gewesen. Kinmal ist ihre Zahl nur beschränkt geblieben
und hat dadurch einen erhöhten Einfluss nicht auszuüben vermocht,
auf der anderen Seite haben nur wenige lange Zeit bestanden und
damit ihre Widerstandskraft auch ungünstigen Konjunkturen gegenüber
vewährt. Bei Weitem die meisten sind nach verhältnismässig kurzer
Zeit entweder mit Verlust eingegangen oder haben sich freiwillig in
Folge persönlichen Zwistes aufgelöst.
In Deutschland hat besonders Ferdinand Lassalle Anfang der
sechziger Jahre eine Bewegung zu Gunsten der Produktivassoeiationen
hervorgerufen, indem er von dem preussischen Staate ein Darlehen von
100 Millionen Thalern für die Arbeiterklasse verlangte, um damit Pro-
Äuktivassociationen zu gründen, indem er in sichere Aussicht stellte,
dass dieselben sich derart bewähren würden, dass die einzelnen Unter-
nehmer sich der Konkurrenz nicht gewachsen zeigen und durch diese
Arbeitergründungen verdrängt werden würden. Man brauche, meinte
er, die Arbeiter nur durch Kapitalvorschüsse in den Sattel zu heben,
reiten würden sie schon können.
Wenn es gelänge, allgemein Arbeiter zugleich zu Unternehmern
zu machen, so würde allerdings die soziale Frage aus der Welt ge-
schafft werden; und auch sehr erhebliche Opfer könnten von der Ge-
samtheit beansprucht werden, um ein solches Ergebnis zu erzielen, wenn
auf praktischen Erfolg zu rechnen wäre. Aber hierzu ist bei näherer
Betrachtung wenig Aussicht vorhanden. KEin prinzipieller Unterschied
ist natürlich zu machen, ob es sich um einzelne derartige Versuche
handelt, oder ob dieselben zur allgemeinen Durchführung als volks-
wirtschaftliche Institution gebracht werden sollen, um die privaten
Kinzelunternehmungen überhaupt zu ersetzen, wie es unsere sozial-
demokratische Partei verlangt, und auch von Schriftstellern anderer
Richtung wie Oppenheimer, Hertzka erstrebt wird. Die ersteren
können durchaus befürwortet werden, während die letzteren unbedingt
Voraussetzung verworfen werden müssen. | ,
für das Zu solchen Unternehmungen gehören einmal erhebliche Mittel,
Gedeihen. zweitens hohe Intelligenz, drittens Gemeingeist, Unterordnung und frei-