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deten Bürgers verbrachte er seine letzten Tage, von der Krank
heit, die er sich während seiner Haft zugezogen, erholte er sich
nicht mehr. „Herr Hannss Jerg Bangartt im Monat 29. Juni
{1570) nach mittag umb acht Uhr ist er gestorben inn des
Vogels haus und 30. ditto am Sambstag hat man in hinaus
gen Erbbach geführt und alda begraben, also ist er der zeitt-
liche gefencknus erledigt" 1 ).
Mit dem tragischen Ausgang Hans Georgs endigt für uns
die Geschichte der Familie Paumgartner. Wie öfter in der
Handelsgeschichte, hatte die dritte Generation es nicht ver
standen, die von den Vätern ererbten Güter zu bewahren und
zu mehren. Von dem reichen Grundbesitz Hans Paumgartners
blieb nur Erbbach der Familie noch erhalten. Aber bereits mit
Davids und Hans Georgs Söhnen starb das Augsburger Ge
schlecht ganz aus.
Fast ein Jahrhundert hindurch haben wir die Schicksale
der Paumgartner von Augsburg verfolgen können. Auf kleine
Anfänge folgte eine Zeit fast fürstlichen Glanzes. Dem raschen
Aufstieg schloss sich dann ein ebenso plötzlicher völliger Verfall
an. Im Laufe unserer Darstellung sind uns eine grosse Reihe
anderer Kaufmannsfamilien neben den Paumgartnern begegnet,
die fast alle das gleiche Schicksal mit ihnen teilten. Die Ge
schichte unserer Familie wird so typisch für den Gang der
Handelsgeschichte im 16. Jahrhundert überhaupt, die ja im
Grund nichts anderes ist als die Geschichte der grossen Handels
familien. Wie bei diesen auf einen hohen Aufschwung eine Zeit
des Niedergangs folgt, so bietet auch der deutsche Handel in
der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts nach einer kurzen Blüte
das Bild eines raschen Verfalls.
*) Sein Grabmal ist heute noch in der Pfarrkirche zu Erbach zu
sehen, wurde aber bei einer Renovation der Kirche zum Teil verbaut.
Das Zitat stammt aus Hektor M a i r s Memorialbuch K fol. 247 b.