Die
Pommern-Konferenz des Deutschen Landarbeiter-Verbandes
Berlin, Sonntag, den 21. Dezember 1919, Vormittag 9'A Uhr.
Berb.-Bors. Schmidt: Wir haben die Pommern-Konferenz einbe
rufen, weil wir es für notwendig erachten, die spezielle Lage in Pommern
zu besprechen. Wir haben voni Deutschen Landarbeiter-Verband in: ver
flossenen Jahre versucht, dort oben Ordnung zu halten, aber wir haben die
lebhafte Befürchtung, das; es uns im kommenden Jahre nicht gelingen wird,
dort die Ordnung zu halten, tvie es in ganz Deutschland im^graßen una
ganzen der Fall war. Es ist bezeichnend, daß in dresem L>omme^-tue
Oeffentlichkeit ständig beunruhigt wurde durch Streiks m Pommern, gelöst
jetzt im Winter nimmt das kein Ende. ÄZir sehen aus verschiedenen Un
zeichen, daß System darin liegt. Die Konferenz heute ist als vettraulich
zu betrachten, aber wir wollen das Material später verwenden, wenn u'i
Kampf gegen den Deutschen Landarbeiter-Verband losgeht.
Voni Ministerium des Innern ist Freiherr uon6 ch u lj
anwesend, den ich begrüße. Wir haben um die -Inwesenheit von
Regierungsvewretern gebeten, weil die Verhandlungeii zu ihrer ^iiforun --
tion dienen sollen. Es mag ausfallen, daß wir als wirtschaftliche ^ 0 '
sntion ein Ministerium einladen, das politischen Charakter hat, ei ^
die Polizeifragen erheblich Hineinspielen. Aber obwohl der Deutsche -
arbciter-Berband sich die Aufgabe gestellt hat, ein wirtschaftliches Programm
durchzuführen, ivas uns ja draußen nicht geglaubt wrrd, sehen wir hintm
den Treibereien in Pommern wesentlich politische Grunde. 3)jM)'■ )
wir neben dem Landwirtschafts-Ministerium, von beut cm o ' ‘ W
nicht anwesend ist, auch das Ministerium des Innern einge hen Ich be
grüße weiter namens des Verbandvorstandes die heute ) -i
Male erschienenen Kreis-Vertrauensleute.
Damit kommen wir zum ersten Punkt der Tagesordnung, zu den V e i-
hältnissen in Pommern. . . . .
Ich will versuchen, in der Einleitung möglichst kurz zu sein, un > ,
dann ganweisc das tatsächliche Material vorzutragen. ^
sagen, müssen Sie verantworten können. Wir bitte r I
solut Notwendige und Sachliche zu beschränken. t ,
Nach der Revolution haben wir sofort versucht, mit den Arbeitgel^^
zu einer Einigung über die Fragen des Arbeitsverhaltiiiss z
Es hatte auch in den ersten Monaten nach der Revolutio^ . »• 1 | '
als wenn es gelingen könnte, in der Landwirtschaft i„ aAemmnen Ruhe
zu halten. Das ist auch im gesamten Vcrbandsgebict, also m ganz Deut,
land gelungen, mit Ausnahme in Pommern. Dort hat es .
mermonaten angefangen mit den Nachrichten» daß der e I
Landarbeiter bevorstehe. In den übrigen Teilen Preußens und Deutsch
lands war von einer großen Beunruhigung inder ^aiiiwir st, f
Rede, abgesehen von einzelnen Kreisen in Sch^swig-Holstmn, -
selber Gebiet, in der Provinz Sachsen. Sonst ist die -nndw s 1 g