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Ich habe den Ausdruck Fähigkeit gerade dieser Doppelbedeu-
tung wegen mit gutem Bedacht gewählt, weil er, richtig verstanden,
aus diesem Grunde auch für die kinetische Betrachtung verwertbar
ist, die uns auch hier wieder den „Realgrund“ für das statische
Gleichgewicht zu geben hat. Hier entscheidet nämlich nicht, wie
in der Statik, nur die Tatsache, sondern oft bereits die
Möglichkeit, gegeben in jenem Inbegriff von persönlichen und
sachlichen Eigenschaften, über Art und Produktion, weil sie über
die Wahl und eventuell den Wechsel des Berufs entscheidet.
Hier setzen Amonns Bedenken ein; er schreibt in seiner
Kritik etwa das Folgende: Hier ist ein Mensch, der zwischen
zwei Berufen zu wählen hat. Für beide besitzt er die volle
Begabung des Körpers und Geistes, aber der eine Beruf ist
schwerer, unangenehmer oder gefährlicher als der andere. Er wird
ihn nur wählen, wenn ihm in Gestalt höheren Preises für seine
Arbeit oder seine Erzeugnisse ein Äquivalent für das größere
Opfer gewährt wird. Folglich bestehe die von mir behauptete
Tendenz zur Ausgleichung der Einkommen nicht einmal zwischen
den gleich Qualifizierten.
Darauf habe ich zunächst in meiner Replik mit Ausführungen
über die „soziologische Bestimmtheit“ der Qualifikation geantwortet,
die oben in größerer Ausführlichkeit wiederholt worden sind. Sie
schlossen folgendermaßen: Für uns ist nur das eine maßgebend,
daß in der von uns betrachteten Gesellschaft diese Auffassungen
herrschen. Wo sie aber herrschen, da ist es klar, daß in der
Kinetik den als angenehmer usw. angesehenen Berufen im Ver-
hältnis zur Nachfrage mehr, den anderen weniger Adepten zu-
strömen: daß daher die Konkurrenz dort schärfer, hier weniger
scharf wirkt; daß daher in der Statik dort der Preis der Arbeit
geringer, hier höher sein muß. Das aber heißt schließlich nichts
anderes, als daß die Angehörigen der weniger anziehenden Be-
rufe höher qualifiziert sind.
Wenn also,., um sein Beispiel zu benützen, ein Knabe im
Berg werksbezirk vor der Berufswahl steht, so ist ihm die gesell-
schaftliche Tatsache gegeben, daß er als Bergmann ein bestimmtes
Mehr an Lohn verdienen oder ein bestimmtes Minder an Arbeits-
stunden zu leisten haben wird wie als Handwerker. Wenn er
trotzdem den angenehmeren oder weniger gefährlichen Beruf wählt,
so ist er eben deshalb als minder qualifiziert gekennzeichnet: er
zieht das kleinere Mittel zum kleineren Erfolge dem
größeren Mittel zum größeren Erfolge vor.
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