Teilbau.
m
Durch bie Teilung dieses Ergebnisses in natura wird das Inter
esse des Arbeiters an einem möglichst basten Produkt aufs leben
digste gesteigert, .überstaupt ist iy der Landwirtschaft der gute
Wille des 2lrbeiters von großer Wichtigkeit. Für die Viehzucht
liegt es auf der kfand, da die pflege und Wartung der Tiere
für ihre Entwicklung entscheidend ist; aber auch die Feldbestel
lung, deren Ergebnisse wegen des stemmenden Einflusses von
Witterung und sonstigen Naturbedingnngen in ihrem unmittel
baren Zusammenhange mit der Tätigkeit des Arbeiters gar nicht
zu kontrollieren sind, muß mit diesem guten Willen rechnen, den
keine Aussicht ersetzen kann. Der große deutsche Nationalökonoin
v. T h ü n e n vertrat deshalb die Ansicht, daß der Arbeitslohn
durch eine Beteiligung des Arbeiters am Gutsertrage zu ersetzen
sei, und führte eine entsprechende Entlohnung auf seinem Gute
Tellow durch. Inzwischen ist die Gewinnbeteiligung auch in
der Industrie immer wieder als die Lösung der Lohnfrage ge
priesen worden; als participation aux benefices in Frankreich,
als profit-sharing in England ist. sie wie in Deutschland das
Steckenpferd menschenfreundlicher Gptimisten.
Dabei sind die Unternehmungen, die sie mit Erfolg eingeführt
haben, so gering an Zahl — es sind höchstens in allen Ländern
zusammen ein paar hundert —, daß man sie sämtlich kennt.
Die Arbeit spielt bei ihnen innerhalb des Produktionsprozesses
quantitativ wie qualitativ eine solche Rolle, daß Kapital wie
Unternehmertätigkeit verhältnismäßig zurücktreten. Das ist aber
bei der erdrückenden Mehrzahl aller Betriebe und namentlich der
großindusiriellen nicht der Fall; ausschlaggebend ist für den Er
folg die Unternehmertätigkeit, die Disposition, die Ausnutzung der
Konjunktur. In diesen Fällen ist eine Gewinnbeteiligung im
älteren Sinne nicht nur nicht durchzuführen; sie würde auch die
Arbeiter gar nicht zu höheren Anstrengungen veranlassen, könnte
ihnen sogar selbst bei höheren Leistungen, wenn die Rentabilität
des Unternehmens aus anderen Gründen zurückgeht, Minder
einnahmen bringen.
Der Gedanke, die Arbeiter am Unternehmen zu interessieren,
wird damit freilich noch nicht ganz aufzugeben sein; schon der
übliche starke Arbeiterwechsel legt cs nahe, den Arbeiter auf diese
Weise etwas enger mit dem Unternehmen zu verknüpfen, in dem
er arbeitet. Das ist namentlich in der Form möglich, daß dem
Arbeiter nicht als Produzenten, sondern bei der Anlage seiner