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bestand darin, daß man ausstreute, die Waren der Regierung
seien minderwertig. Diese beiden Gründe führt Matthew
Irwin, Indianer-Agent der Vereinigten Staaten zu Green-
Bay in Wisconsin, für den schlechten Geschäftsgang der
Regierungsposten an. Dasselbe sagt ein Brief des schon
erwähnten Oberaufsehers McKenney an den Senator
Johnson vom 22. Februar 1822.
Major Biddle gibt in einem Briefe vom 29. Oktober
1819 an Oberst Atkinson, aus dem Camp Missouri ge-
schrieben, folgende Schilderung der privaten Händler:
„Diese Händler bemühen sich immerfort, sich gegenseitig
in den Augen der Indianer herabzusetzen, und zwar nicht
bloß durch Schimpfworte, sondern auch durch allerhand
niedrige Tricke und Manöver. Wenn ein Händler einem
Indianer Ware vorschießt, so gibt sich sein Konkurrent
die größte Mühe, ihm die Felle, die er dafür geben muß,
abzukaufen und auf jede Weise zu verhindern, daß jener
zu seinem Gelde kommt; jeder Händler setzt sich mit einem
Einzelhäuptling in Verbindung, was nicht. nur zu inneren
Zwistigkeiten und Spaltungen innerhalb des Stammes An-
laß gibt, sondern auch den Einfluß des Oberhäuptlings
untergräbt, der immer unter der Kontrolle der Regierung
stehen sollte. Die Einführung starker Getränke (Whisky
usw.) ist eine der unseligsten Folgen dieser Gegnerschaft
der Händler untereinander; die Vorliebe der Indianer dafür
ist so groß, daß derjenige, welcher am meisten davon gibt,
sicher sein kann, Pelze zu bekommen, während jemand,
der ohne ihn Handel zu treiben versuchen würde, sicher
sein könnte, von seinem Konkurrenten aus dem Felde ge-
schlagen zu werden. Kein Handel wird jemals ohne Whisky
abgeschlossen, und das Gesetz dagegen wird dadurch um-
gangen, daß sie vorgeben, sie verkauften ihn nicht, sondern
verschenkten ihn.“
Nebenbei sei hier eine Antwort von Major Biddle an-
geführt auf eine Anfrage des Senators Johnson:
Frage Biddles: Wissen die Indianer die Qualität der
Waren, mit denen sie handeln, die Angemessenheit der
Preise, den Wert ihrer eigenen Pelze und Felle richtig zu
beurteilen ?