Full text : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

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Die  Unternehmung.

5  350  025;  die  Zahl  hat  sich  also  mehr  als  verdreifacht.  Imch
deutlicher  sehen  wir  diese  Entwicklung  bei  einzelnen  Gewerben,
wie  im  Bergbau  und  in  der  Textilindustrie;  sind  doch  im  deutschen ­
  Bergbau  die  Kleinbetriebe  fast  ganz  verschwunden,  von
536  289  Arbeitern  in  Hauptbetrieben  des  Bergbau-,  Hütten-  und
Salinenwesens  arbeiteten  5N  in  Großbetrieben.
Aber  gerade  für  unsere  Zeit,  das  20.  Jahrhundert,  ist  es  doch
wesentlich,  daß-auch  Gegenwirkungen  sich  zeigen.  Die
Förderung,  die  der  Mittelstand  planmäßig  erfährt  wie  das  ganze
Handwerk,  bleibt  nicht  ganz  ohne  Wirkung.  Ja  wir  haben  eine
ganze  Reihe  wichtiger  Gewerbe,  wo  ein  Großbetrieb  wie  in  einzelnen ­
  Zweigen  der'Industrie  kaum  denkbar,  ja  zwecklos  erscheint,
weil  die  Voraussetzungen  für  seine  Betätigung  nicht  gegeben
sind.  ,  Denn  der  Großbetrieb  stellt  sich  nur  dort  ein,  wo  entweder ­
  die  Art  der  Technik  dazu  zwingt,  wie  bei  Bahnen,  Bergwerken, ­
  Eisenhütten,  oder  wo  er  billiger  ist,  wie  etwa  im  Warenhaus. ­
  Das  ganze  große  Baugewerbe,  macht  hier  eine  bmerkenswerte
  Ausnahme,  nur  ein  Drittel  der  Gesamtarbeiterschast  dieses
Gewerbes  ist  in  Großbetrieben  beschäftigt.  Maschinen  sind  beim
Hausbau,  abgesehen  von  ein  paar  Aufzügen  und  Kalkrührmaschinen, ­
  überhaupt  nicht  zu  verwenden.  Der  Maurer  muß
oben  seine  Steine  legen  und  mauern,  und  wenn  \0  Maurer
nebeneinander  mauern,  so  leisten  sie  eben  zehnmal  soviel  als  ein
einzelner,  während  in  der  Spinnerei  \0  Arbeiter  vielleickch
hundertmal  soviel  fertig  bringen  als  der  Einzelne.  Sille  Handwerker, ­
  die  nicht  in  der  Fabrik,  sondern  an  Grt  und  Stelle
arbeiten  müssen,  wie>  Anstreicher,  Installateure,  Wegearbeiter  erzielen ­
  beim  Großbetrieb  keinen  Vorteil;  zahlreiche  andere,  wie
Schreiner,  Schneider,  Buchbinder,  behalten  auch  neben  dem  Großbetrieb ­
  ein  nicht  unbeträchtliches  Arbeitsfeld.
Tatsächlich  hat  denn  auch  die  Zählung  von  190?  keineswegs
das  vielfach  erwartete  verschwinden  der  Kleinbetriebe  ergeben.
Das  Wachstum  der  Großbetriebe  haben  sie-freilich  nicht  erreichen
können,  und  auch  die  Mittelbetriebe  find  ihnen  voran;  doch  haben
immerhin  die  Kleinbetriebe,  d.  h.  solche  Betriebe,  die
5  Personen  beschäftigen,  sich  recht  wacker  gehalten.  Die  Zahl
der  ihnen  angehörigen  Personen  stieg  von  4.Hi  Millionen  im  Jahre
,882  auf  5K  Millionen  im  Jahre  ,907.  Der  Großbetrieb  hat
also  nur  den  Bevölkerungsüberschuß  aufgenommen,  nicht  aber  die
kleinen  Leute  aufgesaugt.
            
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