Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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hebung ihrer in Richtung auf die Wissenschaft wirksamen Yor- 
züge ein Missverständniss oder auch nur eine einseitige Auf 
fassung zu erzeugen, François Quesnay (1694—1774) auf dem 
Lande in der Nähe von Versailles geboren, Sohn eines, wie 
man berichtet, gutartigen Advocaten, der die Processe gern 
ausglich und hiebei natürlich nicht viel gewann, wurde von der 
Mutter ziemlich lange ohne Unterricht gelassen. Diesem Um 
stande hat er jedoch seine spätere Originalität zu einem guten 
Theil zu verdanken gehabt. Elf Jahre alt, konnte er noch nicht 
lesen. Als er es aber nun aus Bedürfniss, d. h. als Mittel zum 
Zweck erlernt hatte, wurde er Autodidakt in allen Richtungen. 
Er las, was er sich nur verschafíen konnte, und scheute zur 
Beschallung von Lectüre die Fussreisen nach Paris keineswegs. 
Bei dieser Art, sich zu unterrichten, herrschte jedoch die Nei 
gung für Naturwissenschaftliches, Medicinisches und Mathe 
matisches sichtbar vor. Auch wurde seine Laufbahn, die wir 
hier als für die Sache unerheblich nicht weiter verfolgen, eine 
medicinisch chirurgische. Schliesslich Arzt Ludwigs XY, trat 
er in schon stark vorgerücktem Alter mit ökonomischen Ideen 
und zwar zuerst in der Encyklopädie mit den Artikeln Fer 
mier und Grains hervor. Seine originalsten Veröffentlichungen 
erfolgten kurz darauf (1758). Sie bestanden in dem berühmten 
„Tableau économique” und den „Maximen der ökonomischen 
Regierung eines Ackerbaureichs.” Seine sonstigen, auf die 
Wirthschaft bezüglichen Schriften, die zum Theil in Gesprächs 
form und als Artikel in Zeitschriften erschienen, fügten zu den 
Grundgedanken nichts Erhebliches hinzu. Doch mögen die 
„Oekonomischen Probleme” und die „Dialoge über den Handel” 
wenigstens genannt sein. Es begreift sich, dass der Verfasser, 
der bei der Veröffentlichung jener ökonomischen Tafel schon 
Anfangs der Sechziger war, mit seinen leitenden Ideen fertig 
sein musste, und dass er fernerhin wesentlich nur Erläuterungen 
und Vertheidigungen producirte. Auch galt jene ökonomische 
Tafel nebst der hinzugefügten Erklärung unter den Anhängern 
als der Schlüssel zur tiefsten Weisheit. Der König hatte sich 
mit eigner Hand bei der Besorgung des Drucks dieser Schrift 
betheiligt. Sie ist aber dennoch in ihrer ursprünglichen Ge 
stalt nachher fast verschwunden. In der 1768 von Dupont, 
einem Schüler Quesnays, unter dem Titel „Physiokratie” in 
6 Bändchen veröffentlichten Sammlung der Arbeiten des Meisters
	        
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