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braune Korn weiß wird, Polieren oder Weißen. Es wird aber im
Handel unter der Bezeichnung „geschälter Reis‘‘ nur solcher ver-
standen, der auch poliert ist. Das Schälen und Polieren der für den
Welthandel bestimmten Reismengen wird durch eine besondere
Mühlenindustrie besorgt. Früher wurde der Reis fast nur in den
Spelzen verschifft, da er in diesem Zustande weniger leicht ver-
dirbt. Bei der modernen Abkürzung der Fahrzeit und den
besseren Frachtraumverhältnissen der Dampfer ist es heute
möglich, zur Frachtersparnis den Reis schon in den Ursprungs-
ländern zu schälen. Dieser nur sehr unvollkommen, d. h. nur
teilweise geschälte Reis heißt im Handel ‚„„Cargoreis‘‘, In Java,
Siam, Burma gibt es große Reismühlen, die meist von Europäern
betrieben werden. Das Polieren und Sortieren, d.h. die Ab-
sonderung der zerbrochenen von den ganzen Körnern, wird erst
in Europa von einer besonderen Industrie ausgeführt, die fast
überall mit dem Einfuhrhandel verbunden ist. Der große Ver-
brauch an Reis hat es mit sich gebracht, daß die Reismüllerei
höher entwickelt ist als die Verarbeitung irgendeiner andern
Schälfrucht. Dabei gleichen die vollkommeneren neuzeitlichen
Schäleinrichtungen in mancher Hinsicht grundsätzlich den schon
erwähnten einfachen Stampfgeräten. Oft wird auch noch ein
Glasurverfahren angewendet. Zum Glasieren des Reises benutzt
man seine eigenen Spelzen, Weizenkleie, in Amerika Glukose,
aber auch nicht unbedenkliche Mittel wie Schmirgelpulver, Talk,
Farbstoffe, auch Öl. Dieser Prozeß soll den Reis „Schönen“,
aber auch haltbarer machen; in den Vereinigten Staaten fällt
er deshalb bei Reis, der voraussichtlich noch vor Eintritt der
warmen Jahreszeit verbraucht wird, aus (43, S. 321). Das Ab-
fallprodukt des Polierens bildet das sog. „Reismehl‘‘, dem die
abgebrochenen Keime, Bruchreis und wechselnde Mengen von
Spelzen beigemischt sind.
Erträge. Über den Ertrag, den die Reiskultur erzielt, müssen
wir uns hier mit wenigen Angaben begnügen, da die zur Ver-
fügung stehenden Zahlen sehr voneinander abweichen und die
Ursachen für das Zustandekommen des Ertrages so kompliziert
wirken, daß zum genauen Verständnis lange Erörterungen nötig