Full text : Zur Wertzollfrage

79

Leistungsfähigkeit,  Geschmack  und  Kunstfertigkeit  der
deutschen  Teppechindustrie  sind  unbestritten.  Dennoch
führen  wir*)  für  ca.  9  Millionen  Mark  (Großhandelswert)
jährlich  an  geknüpften  Fußbodenteppichen  aus  dem  Orient
ein.  Daß  auch  hier  reiner  Luruskonsum  vorliegt,  kann
kaum  bezweifelt  werden.
Glace-  und  Lederhandschuhe  (Pos.  562  a/6)  sowie
feine  Schuhwaren  (Pos.  656  b/c)  bringen  wir  für  13 1 / 2
Millionen  Mark  im  Einfuhrwert  ein,  seidene  Männerund ­
  Frauenhüte  nebst  Zylindern,  Panamahüte  usw.,
Männerhüte  aus  Haarfilz,  Frauen-  und  Kinderhüte  im
Aufputze  (Pos.  533  a/b,  534,  537,  541  d,  542)  für  14
Millionen  Mark  im  Großhandelswert  oder  für  wenigstens
ca.  30  Millionen  Mark  im  Kleinverkaufspreise.
Vom  rohen  Elfenbeine,  das  teilweise  zu  nicht  dem
Lurus  dienenden  Gegenständen  verarbeitet  wird,  sowie
von  Elfenbein-,  Perlmutter-  und  Schildpatt-Platten  mag
hier  abgesehen  werden.  Doch  schon  der  Wert  der  im
Ausland  aus  den  genannten  Rohstoffen  hergestellten,  bei
uns  eingeführten  Fertigerzeugnisse,  die  lediglich  Luruszwecken
  dienen,  beträgt  im  Großhandelswerte  3  Millionen
Mark,  der  Großhandelswert  goldener  ausländischer  Taschenuhren ­
  (nicht  mehr  nach  Schätzung,  sondern  nach  Wertanmeldung) ­
  ca.  16  Millionen  Mark,  der  der  ausländischen

*)  Hier,  wie  sonst,  Mengen  des  Jahres  1910  mit  den  im  Jahre
1911  für  das  Jahr  1910  endgültig  geschätzten  Werten,  also  nicht  mit
den  sogenannten  vorläufigen  Werten,  die  noch  in  den  Monatlichen  Nachweisen ­
  für  das  Jahr  1910  aufgeführt  sind.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.