zug gegen die Burenstaaten unternommen hat. Er wird mit zum
Rückgang von Englands wirtschaftlicher Weltstellung beitragen.
Irgendwelche Vereinbarungen der nicht an der Goldproduktion
interessierten Staaten liegen übrigens für später keineswegs außer
dem Bereiche der Möglichkeit, aber man kann es den kleineren
Staaten überlassen, dazu den Anstoß zu geben. Deutschland ist
stark genug, die Beseitigung der freien Prägung zunächst einmal
für sich allein ausdrücklich auszusprechen, und sein Ansehen ist in
diesem Kriege mit Recht so gewachsen, daß sein entschiedenes Vor
gehen in dieser Hinsicht von höchster Wirksamkeit sein wird. Denn
weitaus die meisten Staaten haben an der Goldwährung gar kein
Interesse, und wenn Deutschland sich an die Spitze dieser Staaten
stellt und ihnen das Beispiel gibt, werden sich die gleichen Interessen
von selbst zusammenfinden. Wenn wir zu Ausgleichszwecken statt
englischer Devisen solche der .Staaten, mit denen wir in regem
.Handelsverkehr stehen, vor allem unseren kleineren Nachbarstaaten,
in größerem Amfange halten, wird allein dadurch die deutsche
Devise auf dem Weltmarkt schon größere Bedeutung gewinnen.
Es kommt nur darauf an, hier einmal energisch Bahn zu brechen:
„Sobald du dir nur selbst vertraust, vertrauir dir auch die anderen
Seelen." Aber an Selbstbewnßtsein und Selbstvertrauen Fremden
gegenüber hat es bisher dem deutschen Michel in der Regel gefehlt.
Es sollte sich jedoch mehr in zäher Vertretung seiner Ansprüche und
Betonung seiner Leistungen als in lautem und schneidigem äußeren
Auftreten geltend machen, unsere Diplomaten sollten mehr vom
Kaufmann oder Rechtsanwalt, weniger von: Offizier oder Ver
waltungsbeamten an sich haben.
5. Ein letztes Argument für Beibehaltung der Goldwährung
sieht mit dem Gesagten in engem Zusammenhang. Man sagt, es
sei doch unser Bestreben, daß England von seiner Stellung als
Zahlungsvermittler der ganzen Welt verdrängt werde, und das
könne Deutschland nur, wenn es sich nicht außerhalb des
Kreises der aus der Goldwährung beruhenden „Zah
lungsgemeinschaft" der wichtigsten Länder stelle. Das
klingt sehr politisch, beweist aber gar nichts. Denn es ist weder
gesagt, daß deswegen alle Grundsätze der heutigen Goldwährungen,
insbesondere freie Prägung und Einlösungspflicht der Banknoten
auftechterhalten werden müssen, noch auch, daß nicht eine Zahlungs
gemeinschaft selbst ganz losgelöst von einer Metallgrundlage mög-
L'efinann, Die Geldvermehrung im Weltkrieg- lS £93