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in der Richtung des Wollens nicht bloß aus dem
Wechsel der Stimmungen oder Ansichten derselben
Gruppen, sondern auch daraus, daß zu verschiedenen
Zeiten verschiedene Gruppen und Typen von Leuten
maßgebend sind. Die Tendenz nach Einführung des
allgemeinen Wahlrechts z. B. erklärt sich offenbar
nicht bloß — ja nicht einmal vorwiegend und be
sonders nicht kausal — durch ein Umdenken der
früher politisch allein maßgebenden Klassen, sondern
durch das Aufsteigen anderer Faktoren zu politischer
Macht. Ähnliches gibt es auch in der Wissenschaft.
Für uns ist das Hervortreten historisch veranlagter
und gebildeter Forscher das wichtigste Beispiel: So
wie sich solche als ipso facto zu sozialwissenschaft
licher Arbeit Berufene zu fühlen begannen, änderte
sich die Zusammensetzung des sozialwissenschaft
lichen Kosmos. Und diese neuen Elemente desselben
hatten schlechthin keine Fühlung mit seiner Vor
geschichte. Seine alten Elemente hätten den Faden
nie so abgerissen.
Drittens übersieht der einzelne Forscher und die
einzelne Richtung immer nur ihr eigenes kleines
Stückchen Weg, immer nur ihre, sub specie aeter-
nitatis, so winzige Spezialaufgabe. Leicht kann er
oder sie diese Aufgabe für die einzige, so gut wie
stets muß er sie für die wichtigste halten — sonst
würde er eben eine andere vornehmen — und glau
ben, daß der Weg immer durch den Tunnel gehen
wird, an dem gerade er gräbt. Da kommt man leicht
dahin, alles andere für verfehlt und die Wahrheit jetzt
erst, jetzt aber auch definitiv, für gefunden zu halten.