Der Zins und dessen Ursache,
Aax. III.
W
Zufriedenheit ausgeführt. Der Hobel wird während des Jahres ab
genutzt, aber ani Schluß desselben empfängt Jakob einen ebenso guten
und außerdem ein Brett. Er leiht den neuen Lsabel immer wieder aus,
bis derselbe schließlich in die Hände seines Sohnes übergeht, „der auch
noch fortfäbrt ihn auszuleihen", indem er jedesmal ein Brett dafür
erhält. Dieses die Zinsen darstellende Brett soll nun eine natürliche
und billige Vergütung für den Gebrauch des Lsabels sein, da Wilhelm
„die dem Werkzeug innewohnende Macht erlangt, die Produktivität
der Arbeit zu vermehren", und er nicht schlechter dabei fährt, als es der
Fall gewesen wäre, wenn er den Lsabel nicht geborgt hätte; während
Jakob nicht mehr erhält als er gehabt haben würde, wenn er seinen
Lsabel behalten und gebraucht hätte, anstatt ihn ausznleihen.
Ist dies wirklich so? Man beachte, daß nicht behauptet wird, Jakob
könne den Lsabel machen und Wilhelm nicht, denn das würde das Brett
als den Lohn für überlegene Geschicklichkeit erscheinen lassen. Jakob
hatte sich einfach enthalten, das Ergebnis seiner Arbeit zu verbrauchen,
bis er dasselbe in Form eines Lsabels angehäuft hatte, was eben der
wesentliche Begriff des Kapitals ist.
Lsätte nun Jakob den Lsabel nicht verliehen, so würde er ihn 290 Tage
haben brauchen können, wonach derselbe abgenutzt und er genötigt
war, die übrig bleibenden 1,0 Tage des Arbeitsjahres zur Anfertigung
eines neuen Lsabels anzuwenden. Lsätte Wilhelm den Lsabel nicht geborgt,
so würde er 1,0 Tage gebraucht haben, einen anzufertigen, den er an
den übrigen 290 Tagen benutzen konnte. Nehmen wir nun an, ein Brett
sei die frucht einer eintägigen Arbeit unter Zuhilfenahme eines Lsabels,
so würde am Ende des Jahres, falls kein Leihgeschäft stattgefunden
hätte, jeder bezüglich des Hobels so stehen, wie zu Anfang: Jakob mit
und Wilhelm ohne einen Lsabel, jeder aber würde als Ergebnis der
Jahresarbeit 290 Bretter gehabt haben, wäre das Leihgeschäft unter
der von Wilhelm zuerst vorgeschlagenen Bedingung erfolgt, nämlich
Segen die Rückgabe eines neuen Hobels, so würde die Lage beiderseitig
eine gleiche sein. Wilhelm würde 290 Tage gearbeitet'und die letzten
Lv Tage gebraucht haben, um den neuen, Jakob zurückzustellenden
Hobel anzufertigen. Jakob würde die ersten 10 Tage des Jahres gebraucht
haben, um einen anderen, 290 Tage aushaltenden Hobel zu machen,
Wonach er dann einen neuen von Wilhelm erhalten hätte. Somit würde
die einfache Rückgabe des Hobels zu Ende des Jahres beide in dieselbe
Lage versetzt haben, als wenn kein Leihgeschäft stattgefunden hätte.
Zakob würde nichts zugunsten Wilhelms verloren und Wilhelm nichts
uuf Kosten Jakobs gewonnen haben. Jeder würde den, sonst durch seine
irbeit erzielten Ertrag, nämlich 290 Bretter und Jakob außerdem seinen
uufänglichen Vorteil, nämlich einen neuen Hobel, gehabt haben.
Wird jedoch zu dem zurückgegebenen Hobel noch ein Brett hinzu
fügt, so wird Jakob am Schluß des Jahres in einer besseren Lage sein,
^ s wenn kein Leihgeschäst stattgefunden hätte, und Wilhelm in einer