Full text : Fortschritt und Armut

Wenn  die  Erfindungen  und  Verbesserungen  fortdauern,  so  wird
die  Leistungsfähigkeit  der  Arbeit  noch  mehr  vergrößert  und  die  zur
bfervorbringung  eines  gegebenen  Resultats  notwendige  Arbeits-  und
Kapitalssumme  weiter  vermindert  werden.  Die  gleichen  Ursachen
werden  die  Verwertung  dieses  neuen  Gewinnes  an  produktiver  Kraft
zur  Erzeugung  von  mehr  Gütern  herbeiführen;  die  Grenze  des  Anbaues
wird  wieder  ausgedehnt  werden,  und  die  Grundrente  wird  steigen,
sowohl  relativ  wie  absolut,  ohne  Erhöhung  des  Lohns  und  Zinses.
Und  in  dem  Maße,  wie  die  Erfindungen  und  Verbesserungen  fortschreiten
und  beständig  die  Leistungsfähigkeit  der  Arbeit  erhöhen,  wird  die  Grenze
der  Produktion  tiefer  und  tiefer  gedrückt  werden  und  die  Grundrente
beständig  zunehmen,  wenn  auch  die  Bevölkerung  stationär  bleibt.
Ich  will  damit  nicht  sagen,  daß  die  Verengerung  des  Spielraums
der  Produktion  immer  genau  mit  der  Vermehrung  produktiver  Kraft
übereinstimmen  würde,  so  wenig  als  ich  sagen  will,  daß  der  Prozeß
immer  in  demselben  Schritt  vor  sich  gehen  würde.  Db  in  einem  besonderen ­
  Lalle  die  Verengerung  des  Spielraums  der  Produktion  hinterdrein ­
  humpelt  oder  die  Vermehrung  der  produktiven  Kraft  überholt,
wird,  glaube  ich,  von  etwas  abhängen,  was  man  das  Areal  der  Produktivität ­
  nennen  könnte,  das  verwertet  werden  kann,  ehe  der  Anbau  nach
dem  nächstniedrigen  Punkte  gedrängt  wird,  wenn  z.  B.  die  Grenze  des
Anbaues  bei  20  liegt,  werden  Verbesserungen,  welche  die  Erzielung  desselben ­
  Produkts  mit  ein  Zehntel  weniger  Kapital  und  Arbeit  ermöglichen,
die  Grenze  nicht  auf  *8  verschieben,  falls  das  Gebiet,  das  eine  Produktivität
von  hat,  ausreichend  ist,  um  alle  die  vom  Anbau  der  besseren  Ländereien ­
  ausgeschlossenen  Arbeitskräfte  und  Kapitalien  zu  beschäftigen.
In  diesem  Lalle  würde  die  Grenze  der  Kultur  bei  t9  stehen,  die  Rente
würde  um  den  Unterschied  zwischen  t9  und  20  erhöht  werden  und  der
Lohn  und  Zins  um  den  Unterschied  zwischen  t6  und  t9-  Wenn  jedoch
bei  derselben  Zunahme  produktiver  Macht  das  Areal  der  Produktivität
Zwischen  20  und  ^8  nicht  ausreichend  sein  sollte,  um  alle  ausgeschlossenen
Arbeitskräfte  und  Kapitalien  zu  beschäftigen,  so  muß  die  Grenze  des
Anbaues  unter  t8  sinken,  falls  die  gleiche  Summe  von  Arbeit  und
Aapital  sich  zur  Beschäftigung  drängt.  In  diesem  Lalle  würde  die  Rente
wehr  gewinnen  als  die  Zunahme  des  Produkts,  und  Lohn  und  Zins
würde  geringer  fein  als  vor  den,  die  produktive  Kraft  erhöhenden  Verbesserungen. ­

Auch  ist  es  nicht  ganz  richtig,  daß  die  durch  jede  Verbesserung  frei
gemachte  Arbeit  insgesamt  gezwungen  sein  wird,  bei  der  Produktion
von  mehr  Gütern  Beschäftigung  zu  suchen.  Die  größere  Lähigkeit  der
Bedürfnisbefriedigung,  welche  jede  neue  Verbesserung  einem  gewissen
Teile  der  Gesellschaft  verleiht,  wird  zum  verlangen  sowohl  nach  Muße
oder  Diensten,  als  nach  Gütern  benutzt  werden.  Manche  früheren  Arbeiter ­
  werden  daher  Müßiggänger  werden,  und  manche  aus  den  Reihen
ber  produktiven  in  die  der  unproduktiven  Arbeiter  übertreten,  deren
            
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