Full text : Fortschritt und Armut

Kap.  IV.

Die  Erwartungen  vom  materiellen  Fortschritt.

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und  die  daher  ununterbrochen  darauf  hinwirkt,  in  dem  Maße,  wie  der
materielle  Fortschritt  vorangeht  und  die  Produktionskraft  wächst,  den
Arbeitslohn  nicht  bloß  relativ,  sondern  absolut  zu  erniedrigen.  Ls  ist
diese  Lxpansivkraft,  die,  mit  großer  Stärke  in  neuen  Ländern  wirkend,
denselben  vor  der  Zeit  die  sozialen  Krankheiten  älterer  Länder  bringt,
auf  jungfräulichen  Ackern  Vagabunden  hervorbringt  und  auf  halb
beackertem  Boden  die  Armut  groß  zieht.
Kurz,  die  allgemeine  und  beständige  Erhöhung  der  Landwerte
in  einem  fortschreitenden  Lande  erzeugt  notwendig  jene  weitere  Tendenz
zur  Steigerung,  die  in  dem  Falle  von  waren  bemerkbar  ist,  sobald  eine
allgemeine  und  anhaltende  Ursache  daraus  hinwirkt,  ihren  Preis  zu
erhöhen.  Wie  während  der  schnellen  Entwertung  des  Papiergeldes
in  den  letzten  Tagen  der  Konföderation  des  Südens,  der  Umstand,  daß
die  an  einem  Tage  gekaufte  Ware  am  nächsten  zu  einem  höheren  Preise
verkauft  werden  konnte,  die  Warenpreise  noch  schneller  in  die  Höhe
trieb,  als  die  Entwertung  des  Papiergeldes,  so  wirkt  die  beständige,
von  dem  materiellen  Fortschritt  erzeugte  Erhöhung  der  Landwerte  darauf
hin,  dieselbe  nur  noch  mehr  zu  beschleunigen.  Wir  sehen  diese  sekundäre
Ursache  mit  voller  Kraft  in  der  Manie  der  Landspekulation  wirken,
welche  die  Entstehung  neuer  Länder  kennzeichnet;  obgleich  dies  aber  nur
abnorme  und  gelegentliche  Erscheinungen  sind,  so  ist  es  doch  unleugbar,
daß  die  Ursache  mit  größerer  oder  geringerer  Stärke  in  allen  vorschreitenden ­
  Gesellschaften  beständig  wirksam  ist.
Die  Ursache,  welche  die  Spekulation  in  Waren  beschränkt,  die  Tendenz
des  steigenden  Preises,  weitere  Zufuhren  herbeizuziehen,  kann  die
spekulative  Erhöhung  der  Landwerte  nicht  beschränken,  da  der  Grund
und  Boden  eine  bestimmte  Tuantität  ist,  welche  menschliches  Zutun
weder  vergrößern  noch  verkleinern  kann.  Trotzdem  gibt  es  eine  Grenze
für  den  Preis  des  Landes  in  dem  Minimum,  das  von  der  Arbeit  und
dem  Kapital  als  Vorbedingung  für  ihre  produktive  Tätigkeit  gefordert
wird,  wäre  es  möglich,  den  Lohn  beständig  zu  ermäßigen,  bis  Null
erreicht  ist,  so  würde  es  auch  möglich  sein,  die  Rente  fortwährend  zu
steigern,  bis  sie  das  ganze  Produkt  verschlänge.  Da  jedoch  der  Lohn
nicht  aus  die  Dauer  unter  den  Punkt  herabgesetzt  werden  kann,  bei
welchem  die  Arbeiter  noch  arbeiten  und  sich  fortpflanzen  wollen,  noch
der  Zins  unter  den  Punkt,  bei  welchem  das  Kapitel  der  Produktion
gewidmet  bleiben  würde,  so  besteht  eine  Grenze,  welche  die  spekulative
Erhöhung  der  Rente  beschränkt.  Deshalb  kann  die  Spekulation  in  Ländern,
wo  der  Lohn  und  Zins  schon  dem  Minimum  nahe  sind,  nicht  denselben
Spielraum  zur  Steigerung  der  Rente  haben,  wie  in  Ländern,  wo  sie
bedeutend  darüber  stehen.  Daß  jedoch  in  allen  fortschreitenden  Ländern
die  spekulative  Erhöhung  der  Rente  die  beständige  Tendenz  hat,  die
Grenze  zu  überschreiten,  wo  die  Produktion  aufhören  würde,  zeigt  sich,
glaube  ich,  in  den  immer  wiederkehrenden  Zeiten  industrieller  Lähmung  —
ein  Gegenstand,  der  im  nächstenBuche  ausführlich  untersucht  werden  wird.
            
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