Full text : Fortschritt und Armut

Das  Problem.

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des  Raumes  ausgehend,  ihre  Schlüsse  durch  gleiche  Mittel  erzielt,  und
wenn  ihre  Schlüsse  haltbar  sind,  müssen  sie  ebenso  einleuchtend  sein.
Und  obgleich  wir  auf  dem  Gebiete  der  Nationalökonomie  unsere  Theorien
nicht  durch  künstlich  hervorgebrachte  Kombinationen  oder  Bedingungen
prüfen  können,  wie  dies  in  einzelnen  anderen  Wissenschaften  möglich
ist,  so  können  wir  doch  nicht  weniger  beweiskräftige  Personen  dadurch
anstellen,  daß  wir  Gesellschaften  vergleichen,  in  welchen  verschiedene
Bedingungen  vorherrschen,  oder  daß  wir  in  Gedanken  Kräfte  oder
Faktoren  von  bekannter  Richtung  trennen  oder  vereinigen,  hinzufügen
oder  ausscheiden.
Ich  beabsichtige,  auf  den  folgenden  Blättern  den  Versuch  zu  machen^
das  große  Problem,  das  ich  skizziert  habe,  durch  die  Methoden  der  Nationalökonomie ­
  zu  lösen.  Ich  beabsichtige,  das  Gesetz  zu  suchen,  welches
die  Armut  an  den  Fortschritt  kettet  und  den  Mangel  mit  der  Zunahme
des  Reichtums  vermehrt;  und  ich  glaube,  daß  wir  in  der  Erklärung,
dieses  Paradoxons  zugleich  die  Erklärung  der  immer  wiederkehrenden
Zeiten  industrieller  und  kommerzieller  Lähmung  finden  werden,  die,
wenn  man  sie  unabhängig  von  ihren  Beziehungen  zu  allgemeineren
Erscheinungen  betrachtet,  so  unerklärlich  scheinen.  In  der  rechten  Weise
angefangen  und  sorgfältig  durchgeführt,  muß  eine  derartige  Untersuchung ­
  zu  Schlußfolgerungen  führen,  die  jede  Probe  bestehen  und  als
Wahrheit  mit  allen  anderen  Wahrheiten  in  Wechselbeziehung  stehen
werden.  Denn  in  der  Aufeinanderfolge  von  Erscheinungen  gibt  es
keinen  Zufall.  Jede  Wirkung  hat  eine  Ursache,  und  jede  Tatsache
involviert  eine  vorausgegangene  Tatsache.
Daß  die  Nationalökonomie,  wie  sie  jetzt  gelehrt  wird,  den  fortbestand ­
  der  Armut  inmitten  vergrößerten  Reichtums  nicht  in  einer
Weise  erklärt,  die  mit  den  tief  eingewurzelten  Anschauungen  der  Menschen
harmoniert;  daß  die  unzweifelhaften  Wahrheiten,  welche  sie  lehrt,  unzusammenhängend ­
  und  ohne  Beziehung  zueinander  sind;  daß  es  ihr
nicht  gelungen  ist,  im  Geiste  des  Volkes  den  fortschritt  zu  machen,
den  eine  selbst  unbequeme  Wahrheit  machen  muß;  daß  sie  im  Gegenteil ­
  nach  einem  Jahrhundert  der  Pflege,  während  dessen  sie  manche
der  scharfsinnigsten  und  mächtigsten  Geister  beschäftigte,  von  dem  Staatsmanne ­
  mißachtet,  von  den  Massen  verspottet  und  in  der  Meinung
vieler  gebildeter  und  denkender  Männer  auf  den  Rang  einer  Pseudowissenschaft ­
  herabgesetzt  wird,  in  der  nichts  fest  ist  oder  sein  kann,  —
muß,  scheint  mir,  nicht  an  der  Unfähigkeit  der  Wissenschaft  liegen,  wofern ­
  sie  nur  richtig  verfolgt  wird,  sondern  an  irgendeinem  falschen  Schritt
in  den  Prämissen  oder  einem  übersehenen  faktor  in  ihren  Schätzungen.
Und  da  solche  Irrtümer  gewöhnlich  durch  die  Achtung,  die  Autoritäten
gezollt  wird,  verheimlicht  werden,  so  werde  ich  in  dieser  Untersuchung
nichts  als  bewiesen  ansehen,  sondern  selbst  anerkannte  Theorien  an
den  ersten  Prinzipien  prüfen  und,  wenn  fie  die  Probe  nicht  bestehen,  aufs
neue  dieTatsachen  untersuchen,  um  das  sie  regierendeGesetz  zu  entdecken.
            
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