Full text : Wirtschaft als Leben

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„Die  Herrschaft  des  Wortes“,

V.
Unser  Denken  wird  der  Welt  des  Handelns  einmal  nicht  anders
gerecht  als  durch  ein  kürzendes  Verfahren.  Da  steht  es  nun  vor  einer
recht  klaren  Wahl.  Es  hält  sich  entweder  an  das  erlebte  Geschehen ­
  selber,  an  das  grüne  Handeln,  muß  daraus  aber  nach
jenem  Wenigen  trachten,  das  ihm  den  ungeheuren  Rest
entbehrlich  macht.  Oder  es  geht  von  Haus  aus  in  Bausch
und  Bogen  vor,  um  auf  solche  Weise  das  erlebte  Geschehen  in  seiner
breiten  Gesamtheit  zu  bewältigen.  Da  und  dort  ist  das  Ziel  das  nämliche: ­
  die  All-Einheit  dieses  Geschehens  zu  erfassen!  Kommt  es  also
im  ersten  Fall  auf  eine  Auslese  im  Stoff  an,  so  fallen  jene  Handlungen ­
  in  Betracht,  die  an  den  Linien  des  dichtesten  Zusammenhanges ­
  liegen;  über  die  sich  die  Hauptadern  des  Allzusammenhanges ­
  hinziehen.  Und  wenn  es  sich  im  zweiten  Falle  um
eine  gedankliche  Bewältigung  des  Stoffes  handelt,  so  kann  dies
nur  eine  solche  im  Sinne  von  Zustand  und  Entwicklung  sein;
weil  da  allein  das  Geschehen  nicht  vom  Zeitenlaufe  abgelöst  wird,
neben  dem  ja  der  Allzusammenhang  einhergeht.
Damit  liegen  schon  die  beiden  Spielarten  vor,  in  denen  unzerfällende
  Erkenntnis  möglich  erscheint!  Von  ihnen  ist  die  eine  genau
so  unentbehrlich  wie  die  andere;  denn  keine  reichte  allein  aus,  um
der  Welt  des  Handelns  gerecht  zu  werden.  Nicht,  als  ob  sich  diese
Welt  im  Lichte  solcher  Erkenntnis  fälschte!  Man  könnte  eher  sagen,
sie  verebnet  sich;  ähnlich  wie  es  beim  Zeichnen  eines  körperlichen
Gebildes  eintritt.  Namentlich  das  „geometrische“  Zeichnen,  jenes  nach
„Grundriß  und  Aufriß“,  kann  hier  als  Gleichnis  dienen.  Wie  Aufriß
und  Grundriß  je  für  sich  nur  unvollkommen  sind,  aber  aufs  beste  sich
ergänzen,  genau  so  halten  es  auch  jene  beiden  Spielarten  unzerfällender
Erkenntnis.  Aber  wie  der  Zeichner  dem  körperlichen  Gebilde  überhaupt ­
  nur  im  Sinne  von  Aufriß  und  Grundriß  nachzueifern  vermag;
so  weiß  unser  Geist  auch  nur  in  jenen  beiden  Arten  der  Welt  des
Handelns  beizukommen.  Nun  liegt  es  sofort  nahe,  die  beiden  Spiel'
arten  möglicher  Erkenntnis  als  die  letzten  Daseinsgründe  vo»
zwei  Wissenschaften  anzusehen.  Von  Diesen  gilt  dann,  daß  sie
einander  ergänzen.  Allein,  weder  könnte  die  Eine  jemals  in  der  Anderen
aufgehen,  noch  wäre  neben  ihnen  eine  dritte  Wissenschaft  möglich;
die  in  erschöpfender  Vollkommenheit  sie  beide  aufwiegen  würde-Diese
  dritte,  vollkommene  Wissenschaft,  die  ist  für  unseren  Geist  genau
            
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