Nationalökonomische Erläuterung.
i.
Als „Allwirtschaftslehre“ ist weder eine neue Wissenschaft ge
meint, noch soll es ein neuer Name sein für die Nationalökonomie.
Es handelt sich auch nicht um diese Wissenschaft als Ganzes, nur
um ihre Theorie. Es gilt, nationalökonomische Theorie vom Boden
einer ganz anderen Grundauffassung aus zu treiben, vom Boden jener
nämlich, die ich die „allwirtschaftliche“ nenne. Dieser Name, das
wird sich zeigen, hebt den Gegensatz zur herkömmlichen Grundauf
fassung bloß in einseitiger Weise hervor. Auch so aber dient das
Neuwort zum sprachlichen Symbol der Forderung, daß sich die
nationalökonomische Theorie von Grund aus läutern soll. Wie sich
daraufhin ihr Inhalt gestaltet, inwiefern er sich um bestimmte Theo
reme bereichert, ob daneben eine Ausmerzung von Scheinproblemen
eintritt, mag vorläufig dahinstehen. Jedenfalls geht aus der verän
derten Grundauffassung eine neue Haltung der Theorie hervor.
Nationalökonomische Theorie von dieser neuen Haltung, das verstehe
ich unter Allwirtschaftslehre.
Wird aber der Theorie einer Wissenschaft eine andere Grund
auffassung zugemutet, stülpt dies nicht die ganze Wissenschaft um?
Wenn es auch sonst zuträfe, hier liegen die Dinge seltsam anders.
Neu ist diese Grundauffassung bloß für die Theorie, keineswegs für
die Wissenschaft als Ganzes. In der Nationalökonomie sondert sich
eben die Theorie von dem weit überwiegenden Rest der Wissenschaft
in einer ganz eigentümlichen Weise ab. Gerade in Sachen der Grund
auffassung ist die nationalökonomische Theorie hinter ihrer eigenen
Wissenschaft nachweislich zurückgeblieben; sie ist rückständig ge
worden. Nun soll sie aufholen. Nichts anderes ist der Sinn der
Forderung, daß sich diese Theorie zur Allwirtschaftslehre läutere.
Man sieht, die Wissenschaft als Ganzes gerät darüber keineswegs aus
den Fugen; umgekehrt, ihr Gefüge wird ins rechte Lot gerückt.
Allein, eine Wissenschaft denkt man sich doch mit ihrer Theorie
aufs innigste verflochten; da bedarf es schon ausnehmender Verhält