Nationalökonomische Erläuterung, III.
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Erkenntnis zu sprechen, über die Ergebnisse der Empirie noch hinaus.
Von solcher Führung und geistigen Obergewalt der nationalökonomischen
Theorie ist heute nichts zu spüren. Einseitig gehorchen
die empirischen Gebiete den herrischen Anregungen des Lebens
selber. Nur von da her gestalten sie ihr reiches Eigenleben aus und
nehmen im übrigen selbstherrlich ihre Entwicklung, ohne Acht und
Rücksicht darauf, was nebenher in der Theorie getan und unterlassen
wird. So konnte es auch kommen, daß sich die Forschung in Tatsachen
für ihren eigenen Teil eine Grundauffassung zu erarbeiten
wußte, weitab von jener, an der die Theorie durchschnittlich immer
noch festhält.
Von der Grundauffassung, wie sie in der reifen Empirie unserer
Tage lebt, der Theorie förmlich zum Trotz, war schon zu sagen, daß
sie durchaus im Einklang stünde mit jener, die ich die allwirtschaftliche
nenne. Übrigens erfolgt diese Nennung, die mir aus Gründen der
klaren Stellungnahme geboten erscheint, erst hinterher. Denn vertreten
habe ich eine grundsätzlich gleiche Auffassung bereits im Vollzüge
meiner damaligen Kritik, besonders in der erkenntniskritischen
Schrift „Die Herrschaft des Wortes“. Schon damals war hervorzuheben,
daß ich mich bei meinem scharfen Angriff auf die Theorie völlig in
einer Linie mit der Empirie weiß. Es ist mir aber keineswegs darum
zu tun, die Empiriker zu Kronzeugen für die Richtigkeit meiner Ansicht
zu pressen. Vielmehr genügt hier der schlichte Hinweis auf
jenen Einklang der Auffassungen. Hat doch dieser Hinweis überhaupt
nur den Sinn, darzutun, daß ich mir bewußt bin, ganz und gar nichts
Neues zu vertreten, und daß mir jeder Anspruch fremd bleibt, „grundstürzend“
in unsere Wissenschaft einzugreifen. Die Theorie hinkt einfach
dorthin nach, wohin sich die Empirie längst schon durchgearbeitet
hat; das ist alles.
in.
In der Welt der wirtschaftlichen Tatsachen majorisiert die gewordene
Vergangenheit allemal die werdende, die Gegenwart. Dort
aber, wo der Stoff so viel reicher sich darbietet, in der weithin sich
dehnenden Vergangenheit, dort bewegt sich auch der geistige Blick
freier, weniger gebunden an Interessen, nicht so beengt durch das
Allzunahe. Dies hat der Wirtschaftsgeschichte die Vorhand eingeräumt,
so daß vornehmlich sie die fragliche Auffassung zu erarbeiten wußte;
Wirtschaftsgeschichte nicht als Abart der Geschichte gemeint, sondern