6o
„Der Wertgedanke“,
So müssen wir davon Abstand nehmen, die Kritische Wertfrage
aus der Aussagenwelt der „Wertlehre“ heraus zu erledigen. Es wird
uns nichts übrig bleiben, als die Antwort auf diese Frage schlecht
und recht dort zu suchen, wo sie uns eben erreichbar scheint; sollten
wir auch der Mißlichkeit zu trotzen haben, daß wir uns bei diesem
Beginnen von unserem eigentlichen Gegenstand entfernen müßten.
Erst dann, wenn diese Frage ihre gültige Antwort gefunden hat,
werden wir dem bedeutsamen Zusammenhang Rechnung tragen können,
der zwischen ihr und der Wertforschung besteht.
In einer Hinsicht war unser Beginnen kein verlorenes. Auf den
Wertgedanken ist von den Ergebnissen der Forschung her, die un
bewußt von ihm ausgeht und auf ihn sich aufbaut, ein bedenkliches
Streiflicht gefallen. Das aber kann uns nur in der Absicht bestärken,
diesen Gedanken um jeden Preis der Kritik zu unterwerfen; ihn, der
im stillen als ein Dogma gewaltet hat, solange eine Wissenschaft der
Nationalökonomie besteht!
Bemühungen ist vor allem diesem Irrtume in der Auffassung der Aufgabe zuzuschreiben.“
Und an einer anderen Stelle: „Wenn alle Welt immer gesagt und gedacht hat, dies und
dies sei der Wert, so muß Derjenige seine abweichende Meinung erst beweisen, der da
behauptet: Nein, dies, was ihr immer für den Wert gehalten habt, scheint bloß der
Wert zu sein, ist es aber in Wahrheit nicht; die Tatsache, das Ereignis, worauf ihr
zielt, wenn ihr vom Werte sprecht, deckt sich nicht mit dem Begriffe, den ihr denkt,
wenn ihr seinen Namen gebraucht.“
Zu dieser, wie eigentlich zu allen Stellen, die ich aus der „Wertlehre“ hier zitiere,
hätte ich von meinem Standpunkte aus viele Glossen zu machen. Aber ich vermeide
dieses Geplänkel lieber und beschränke mich auf den Frontalangriff gegen den Kern
der Sache.