fullscreen: Die Technik des wirtschaftlichen Verkehrs

170 DIE TECHNIK DES WIRTSCHAFTLICHEN VERKEHRS 
im Grundriß der Betriebswirtschaftslehre, Bd. II. Leipzig 1926. Staub-Pisko, 
Kommentar zum Allgemeinen deutschen Handelsgesetzbuch. Ausgabe für 
Österreich. 2. Aufl. Wien 1908. Staub-Köringer-Stranz-Pinner, Kom. 
mentar zum Handelsgesetzbuch. 9. Aufl. 1912. 
VI. DAS WARENGESCHÄAFT 
1. WARENHANDEL UND WARENPRODUKTION 
Das Warengeschäft umfaßt den Umsatz der eigentlichen oder 
wirklichen Waren. Dazu gehört nicht nur der Warenhandel, das ist 
der Warenumsatz ohne Verarbeitung, sondern der gesamte wirt- 
schaftliche Verkehr in Waren, also auch die gewerbliche und in- 
dustrielle Warenproduktion. Denn diese sowohl wie jener hat die 
Erzielung eines Gewinnes zum Zwecke, der Warenhandel durch 
Wiederverkauf der im wesentlichen unveränderten, die Produktion 
durch Verkauf der verarbeiteten oder bearbeiteten Ware. 
Der Warenhändler verwirklicht diese Absicht durch besten Ein- 
kauf und vorteilhaftesten Verkauf; beim Produzenten tritt hiezu 
noch die technisch und wirtschaftlich beste Durchführung der Pro- 
duktion. Die Tätigkeit des Warenhändlers ist nur kommerzieller 
Natur, die des Produzenten kommerziell und technisch. Die kommer- 
zielle Arbeit des Produzenten ist nicht weniger wichtig für den 
Erfolg des Unternehmens als die technische; denn ein schlechter 
Einkauf der Rohstoffe oder ein verlustreicher Verkauf des Produktes 
kann alle Vorteile der technischen Produktion zunichte machen. 
Die Schwierigkeit, dieser doppelten Aufgabe, die namentlich mit 
der Größe des Unternehmens wächst, gerecht zu werden, veranlaßt 
viele Produzenten, die Sorge für den Absatz dem Warenhändler zu 
überlassen, um sich ganz dem Einkauf und der technischen Pro- 
duktion widmen zu können. Der Händler nimmt dem Produzenten 
die Ware in großen Partien ab und bezahlt sie, wenn er kapital- 
kräftig ist oder Bankkredit besitzt, in kurzen Zielen. Dadurch ver- 
ringert der Produzent nicht nur sein Kreditrisiko, sondern auch die 
Umsatzdauer*) seines Kapitals, das er um so rascher wieder in der 
Produktion verwenden kann. Warenproduktion und Warenhandel 
ergänzen sich daher in zweifacher Hinsicht: in der Arbeitsteilung 
zwischen Produktion und Absatz und in der Umlaufdauer des Kapi- 
tals; der Warenhandel übernimmt die Kreditfrist und vielfach auch 
die’ Lagerdauer, dem Produzenten bleibt die Produktionsdauer. 
*) Siehe hierüber: Ottel, Lehrbuch der Handelskunde. 1. Teil. 10. Aufl. 
Wien 1925.
	        
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