Anhang zum XII. Kapitel.
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Nach den über diesen Gegenstand von Jevons, Landry und anderen
gemachten Äußerungen kann die Wichtigkeit solcher genauer Bestimmungen
kaum überschätzt werden. Wenn wir statistisch die Umlaufsgeschwindig
keit des Geldes kennen, sind wir in der Lage, die „Quantitätstheorie“ des
Geldes induktiv zu studieren und die Bedeutung dieser Geschwindigkeit
in bezug auf Krisen, Reichtumsanhäufung, Bevölkerungsdichte, Transport-
und Verbindungsmittel und viele andere Umstände zu erforschen. Es eröffnet
sich uns in der Tat ein neues Gebiet der Geldstatistik.
§ 8 (zum XII. Kapitel, § 4).
Interpolation von U-Werten für die Jahre 1897—1908.
Um TJ-Werte zu interpolieren, nehmen wir zwei extreme Hypothesen
an: einerseits eine äußerste Stetigkeit und andererseits eine extreme
V eränderlichkeit.
Die erste dieser Hypothesen ist, daß TJ sich in stetigem Fortschreiten
von seinem Werte 18.6 im Jahre 1896 zu seinem Werte 21.5 im Jahre 1909
verändert. Dies würde, ohne jedwede zeitweilige Schwankung, ein voll
kommen regelmäßiges Wachsen mit der Zeit in sich schließen. Es ist
jedoch unwahrscheinlich, daß die Umlaufsgeschwindigkeit des Geldes von
Jahr zu Jahr keinerlei Schwankungen unterworfen sein sollte. Wir haben
gesehen, daß theoretisch unter normalen Verhältnissen die Geldausgaben
(GTJ) die Tendenz haben, mit den Scheckausgaben (G'TJ') gleichen Schritt
zu halten. Wenn diese Übereinstimmung eine vollkommene wäre, so wäre
das Verhältnis von GTJ zu G' TJ', wenn auch nicht konstant, so doch wenig
stens ein solches, das sich in vollkommener Übereinstimmung mit der Zeit
verändert. Nun beträgt dieses Verhältnis für das Jahr 1896 16.7 Prozent
und für 1909 9.6 Prozent. Wenn wir für die dazwischenliegenden 13 Jahre
eine vollkommen gleichmäßige Veränderung in diesem Verhältnis anzu
nehmen hätten, so würde sich der ergebende Z7-Wert ganz bedeutend ver
ändern. Diese Annahme bildet unsere zweite Hypothese extremer Ver
änderlichkeit. Die Tabelle auf Seite 402 zeigt das Ergebnis der beiden ex
tremen Hypothesen. Wir ersehen daraus, daß im allgemeinen kein großer
Unterschied zwischen ihnen ist.
Eine nachträgliche Berechnung offenbart die interessante Tatsache,
daß die „Hypothese extremer Veränderlichkeit“ ein annähernd gleiches
Schwanken der Geldgeschwindigkeit wie das der Depositengeschwindigkeit
hervorrufen würde. Wenn wir die Differenz zwischen den beiden extremen
Kiaher, Kaufkraft des Geldes. 26