Full text: Die Kaufkraft des Geldes

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III. Kapitel. 
Kurz, die Quantitätstheorie behauptet, daß (falls Umlaufsgeschwindig- 
keit und Handelsvolumen unverändert bleiben) eine Vermehrung der An 
zahl der Dollar, sei es durch eine Umnennung, eine Verschlechterung oder 
durch eine Verstärkung der Ausprägung oder durch irgendwelche anderen 
Mittel, eine Steigerung der Preise in demselben Verhältnis nach sich zieht. 
Nicht das Gewicht, sondern die Anzahl ist hier das Entscheidende. Auf diese 
Tatsache muß großer Nachdruck gelegt werden. Es ist eine Tatsache, durch 
die sich das Geld von allen anderen Gütern unterscheidet, und in der die 
Eigenart seiner Kaufkraft im Verhältnisse zu anderen Gütern zum Vorschein 
kommt. Der Zucker hat z. B. einen spezifischen subjektiven Nutzwert 
(desirability), der von seiner Quantität im Pfundgewicht abhängt. Das 
Geld hat keine derartige Eigenschaft. Der Wert des Zuckers hängt von 
dessen aktueller Quantität ab. Wenn die Quantität des Zuckers von 1,000,000 
Pfund auf 1,000,000 Zentner verändert wird, so folgt hieraus nicht, daß ein 
Zentner den früheren Wert eines Pfundes hat. Aber wenn das in Umlauf 
befindliche Geld von 1,000,000 Einheiten des einen Gewichtes auf 1,000,000 
Einheiten eines anderen Gewichtes verändert wird, so wird der Wert jeder 
Einheit unverändert bleiben. 
Die Quantitätstheorie des Geldes beruht also letzten Endes auf der 
fundamentalen Eigentümlichkeit, die unter allen Gütern das Geld allein 
besitzt — nämlich auf der Tatsache, daß es nicht imstande ist, die Bedürf 
nisse des Menschen zu befriedigen, sondern nur die Kraft besitzt, Dinge zu 
kaufen, die diese Kraft der Bedürfnisbefriedigung besitzen 1 ). 
III. Kapitel. 
Einfluß der Depositenumlaufsmittel auf die 
Gleichung und infolgedessen auf die Kaufkraft. 
§i. 
Wir sind nunmehr in der Lage, das Wesen der Bankdepositen als Zah 
lungsmittel oder des Kreditumlaufs zu erklären. Kredit bedeutet im allge- 
Q Vgl. G. F. Knapp, Staatliche Theorie des Geldes, Leipzig, 1905; L. von Bortkiewicz, 
„Die geldtheoretischm und die währungspolitischen Konsequenzen des ‘Nominalismus , “, 
Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft, Oktober 1906; Bertrand 
Nogaro, „L’expörience bimetalliste du XIX ieme siede et la tlieorie generale de la monnaie 
Revue d’Economie politique, 1908.
	        
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