Object: Deutschlands chemische Industrie

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dem sie lange als schöner gelber Farbstoff zum Gelb 
und Grünfärben von Seide, Wolle und Papier benutzt 
worden war, zuerst in Frankreich als Melinit zur 
Füllung von Granaten verwendet. Neuerdings ist sie 
durch das Trinitrotoluol ersetzt worden, das im 
Jahre 1891 von C. Haeussermann als Granatfüllung 
vorgeschlagen und 1900 von der Chemischen Fabrik 
Griesheim-Elektron in den Grossbetrieb eingeführt 
wurde. 
Diese brisanten Sprengstoffe haben sowohl in der 
Kriegstechnik wie auch im Berg- und Tunnelbau grosse 
Wandlungen hervorgerufen. Die wichtigsten Folgen 
ihrer Einführung waren für die Schiesstechnik die Ver 
kleinerung der Geschosse, die Vergrösserung ihrer 
Anfangsgeschwindigkeit und eine Streckung der Flug 
bahn; für den Bergbau eine eminente Vermehrung der 
Sprengwirkung; für den Strassen- und Tunnelbau endlich 
eine erhebliche Abkürzung der Bauzeit und eine Er- 
mässigung der Baukosten. Die Bedeutung solcher Er 
sparnisse für den deutschen Bergbau ergibt sich aus 
der Tatsache, dass allein die Westfälische Kohlen- und 
Erzf-örderung in den letzten 25 Jahren von 34 auf 100 
Millionen Tonnen gestiegen ist und gegenwärtig einen 
Wert von 1035 Millionen Mark aufweist. 
Diese brisanten Sprengstoffe sind allerdings im 
Kohlenbergbau wegen ihrer hohen Verbrennungstem 
peraturen und der damit verbundenen Zündungsgefahr 
schlagender Wetter nicht überall verwendbar. Man be 
nutzt hier sog. schlagwettersichere Sprengstoffe, die 
meist aus einem Gemisch von Ammoniaksalpeter und 
organischen Nitrokörpern mit gewissen weiteren Zu 
sätzen bestehen und durch niedrige Verbrennungstempe 
raturen ausgezeichnet sind. Sie haben ferner die Eigen 
Brisante 
Sprengstoffe
	        
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