Object: 10 Jahre Wiederaufbau

brauchbare, lichte Leseräume und geräumige Depots, 
insbesondere für den Zuwachs der folgenden Jahre, 
erhielt, und schließlich die ehemalige weltbekannte 
Papyrussammlung Erzherzog Rainer, grie- 
chische und orientalische Papyrusbestände; auch für 
sie konnten so lichte und geräumige Arbeits- und 
Ausstellungsräume mit entsprechenden Handbiblio- 
theken geschaffen werden. In unmittelbarer Nähe der 
orientalischen Papyrussammlung konnte in späterer 
Folge auch das Universitätsinstitut für „Aegyptologie 
und Afrikanistik” in den Räumen des Palais Fried- 
tich untergebracht werden. Dadurch nun, daß alle 
die genannten Sammlungen aus der Enge der Räume 
am Josefsplatze den Weg hinaus in ein mit der 
Nationalbibliothek unmittelbar zusammenhängendes 
Gebäude fanden und so das Gebäude am Josefsplatze 
entlasteten, konnten deren bisherige Räume zur 
besseren Unterbringung anderer am Josefsplatze ver- 
bliebener, eingeengter Sammlungen verwendet werden. 
So wurden in die Räume der ehemaligen Kupferstich- 
sammlung die Leseräume der Handschriftensammlung 
Mit einer nach dem Muster des Pariser und Münchner 
Schwesterinstituts entsprechend ausgebauten Hand- 
bibliothek und ein Teil der Handschriftendepots ver- 
legt; ein großer Depotraum der ehemaligen Kupfer- 
$tichsammlung im dritten Stoc& wurde der eben 
Neugeschaffenen Theatersammlung als Depot 
übergeben, während einer der anschließenden frei- 
Ayordenen vier Säle der Papyrussammlung als 
\rbeits- und Leseraum der Theatersammlung einge- 
tichtet wurde. Die restlichen drei Säle der Papyrus- 
que mlung wurden der Kartensammlung zugewiesen, 
(ol. damit erst in die Lage versetzt wurde, ‘ihren im 
an zu erwähnenden gewaltigen Zuwachs unter- 
“ringen und ihren bisherigen engen Leseraum der 
Sk anwachsenden Benützung entsprechend auszu- 
dene Der bisherige Lesesaal der Musiksammlung 
pc in einen für wissenschaftliche Vorträge vielfach 
“Nützten Vortragssaal umgewandelt. 
jo Die Vebernahme des zwischen dem Gebäude am 
don Splatz und dem Palais Friedrich gelegenen so- 
Mögen „Augustinerstöckels” bot eine weitere 
en ichkeit des Ausbaues der räumlich besonders 
Na neten Druckschriften - Sammlung der 
der Nnalbibliothek. Kommt doch gerade dieser Teil 
Bänd ationalbibliothek allein schon mit seinen 1.200.000 
gleich den Beständen der größten Weltbibliotheken 
Schen und bildet er mit den überaus wertvollen literari- 
die Fi und kunstgeschichtlichen Schätzen, die durch 
thekar /erleibung zahlloser großer und kleiner Biblio- 
Seiner Gr Planvoller Ergänzung in den 400 Jahren 
Wissen, echte zusammengekommen sind, die größte 
tichs aftliche Druckschriften - Sammlung Oester- 
nt ‚Büchersaal des ehemaligen „Frintaneums’”, 
Würde em jetzigen Druckschriftenlesesaal gelegen, 
nun 1020 zu einem Zeitschriftensaal um- 
zebaut, in dem 1928 bereits rund 4000 wissenschaft- 
iche Fachzeitschriften und Zeitungen, besonders des 
\uslandes, dem Publikum ein literarisches Material 
ı1och vor dem Binden der einzelnen Jahrgänge er- 
‚chließen, wie es in keinem anderem verwandten 
nstitute Österreichs geschieht. Die überfüllten und 
‚echnich veralteten Bücherdepots der Druckschriften- 
jammlung erhielten im Jahre 1928 einen wesentlichen 
ınd wertvollen Zuwachs durch den in modernster 
Neise ausgeführten Ausbau eines ebenerdigen, zu 
liesem Zwecke vorzüglich geeigneten Magazins am 
osefsplatze. Es ist zu hoffen, daß dieser Ausbau, auf 
lie unmittelbar im Niveau anschließenden sogenannten 
‚Remisedepots” ausgedehnt, den drückendsten Raum- 
‚orgen. der Druckschriften-Sammlung für die nächste 
7eit abhelfen wird. Schließlich läßt die. Reser- 
zierung der südwestlich unmittelbar anschließenden 
Teile der neuen Burg für Zwecke der National- 
»bliothek hoffen, daß deren Ausbau die National- 
»ibliothek endlich in die Lage versetzt, Einrichtungen 
ür einen großzügigen, modernen Betrieb zu verwirk- 
ichen, wie ihn die Bedeutung der Nationalbibliothek 
ınd die wissenschaftliche Ausnützung ihrer wertvollen 
Jestände gebieterisch verlangt. 
Die Unterbringung der wertvollen Objekte in den 
veitläufigen alten Räumen, die großenteils noch mit 
fen geheizt werden müssen, . die Ansdehnung der 
3Zenützung auf die Abendstunden, welche die allge- 
neine Einleitung elektrischen Lichtes nötig machte, 
‚edingten, daß 1026-1927 insbesondere die feuer- 
‚ichere Abriegelung der Gebäudeteile eingerichtet 
ınd die Feuerlöschvorkehrungen vermehrt. und mo- 
Jlernisiert und 1928 ein ganznächtiger Feuerwachdienst 
ängeführt wurden. 
Die Renovierung der Fassaden, welche den 
n seiner einheitlichen Geschlossenheit einzigartig 
wirkenden Josefsplatz im Rahmen der Burgbauten 
umschließen, anläßlich der Tagung des Vereines 
deutscher Bibliothekare im Jahre 1020 hat wieder die 
°“esesaal der Musiksammlung im ehemaligen Palais Friedrich
	        
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