Full text : Deutschlands chemische Industrie

47

dem  sie  lange  als  schöner  gelber  Farbstoff  zum  Gelbund ­
  Grünfärben  von  Seide,  Wolle  und  Papier  benutzt
worden  war,  zuerst  in  Frankreich  als  Melinit  zur
Füllung  von  Granaten  verwendet.  Neuerdings  ist  sie
durch  das  Trinitrotoluol  ersetzt  worden,  das  im
Jahre  1891  von  C.  Haeussermann  als  Granatfüllung
vorgeschlagen  und  1900  von  der  Chemischen  Fabrik
Griesheim-Elektron  in  den  Grossbetrieb  eingeführt
wurde.
Diese  brisanten  Sprengstoffe  haben  sowohl  in  der
Kriegstechnik  wie  auch  im  Berg-  und  Tunnelbau  grosse
Wandlungen  hervorgerufen.  Die  wichtigsten  Folgen
ihrer  Einführung  waren  für  die  Schiesstechnik  die  Verkleinerung ­
  der  Geschosse,  die  Vergrösserung  ihrer
Anfangsgeschwindigkeit  und  eine  Streckung  der  Flugbahn; ­
  für  den  Bergbau  eine  eminente  Vermehrung  der
Sprengwirkung;  für  den  Strassen-  und  Tunnelbau  endlich
eine  erhebliche  Abkürzung  der  Bauzeit  und  eine  Ermässigung
  der  Baukosten.  Die  Bedeutung  solcher  Ersparnisse ­
  für  den  deutschen  Bergbau  ergibt  sich  aus
der  Tatsache,  dass  allein  die  Westfälische  Kohlen-  und
Erzf-örderung  in  den  letzten  25  Jahren  von  34  auf  100
Millionen  Tonnen  gestiegen  ist  und  gegenwärtig  einen
Wert  von  1035  Millionen  Mark  aufweist.
Diese  brisanten  Sprengstoffe  sind  allerdings  im
Kohlenbergbau  wegen  ihrer  hohen  Verbrennungstemperaturen ­
  und  der  damit  verbundenen  Zündungsgefahr
schlagender  Wetter  nicht  überall  verwendbar.  Man  benutzt ­
  hier  sog.  schlagwettersichere  Sprengstoffe,  die
meist  aus  einem  Gemisch  von  Ammoniaksalpeter  und
organischen  Nitrokörpern  mit  gewissen  weiteren  Zusätzen ­
  bestehen  und  durch  niedrige  Verbrennungstemperaturen ­
  ausgezeichnet  sind.  Sie  haben  ferner  die  EigenBrisante ­


Sprengstoffe
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.