180 VII. Die Religion und die Soc.-Demolratie.
schreibt, sind auch für den Christen hohe und schätzenswerthe
Güter. Während jener aber sie zu Karrikaturen verunstaltet,
weiß der Christ mit dem Namen auch die rechte Sache zu
verbinden. Wir dürfen diesen Punkt hier nicht weiter erörtern.
Es genügt der kurze Hinweis auf die gegensätzliche
Stellung von Christenthuni und Socialismus, die uns auch
zugleich bei einer Bekämpfung des Feindes der bestehenden
gesellschaftlichen Ordnung die festeste Position aufdeckt.
Wir haben es als einen Borzug anerkanut, daß der
„Dolksstaat" in religiösen Dingen nicht zu täuschen sucht,
sondern seine principielle Feindschaft gegen das Christenthunl
unverhüllt seinen Lesern vorlegt. Unser Urtheil muß aber
ein anderes werden, wenn wir die Mittel in's Auge fassen,
durch welche der „Volksstaat" die Arbeiter vom Christenthunl
ab und auf seine Seite zu ziehen, kurz den Sieg über
das Christenthum zu gewinnen sucht. Er thnt uns den
Gefallen,- die Taktik, die er bei seinen Angriffen auf das
Christenthum zu beobachteil für gut findet, uns zu verrathen,
wenn er (1874, 38) mit Hinweis auf das Christenthnm
schreibt: „Die Diskreditirung des Namens ist nöthig, um
„der Sache den Garaus zu machen." Mit anderen Worten,
man muß dem Christenthum einen schlechten Namen
rnachen, wenn mau es dahin bringen will, daß die Arbeiter
ihlll den Rücken kehren. Wir sind für dieses offene Geständniß
sehr dankbar; es zeigt uns, daß cs dem „Dolksstaat"
nicht darauf ankommt, lästigen Gegnern die Ehre abzuschneiden,
wenn sie nicht aliders aus dem Wege geräumt
werden können; es erklärt uns auch, was der „Dolksstaat"
dabei im Schilde führt, wenn er in seinen Spalten mit besonderem
Fleiß eine häßliche Karrikatur vom Christenthuin
zeichnet. Obenan steht selbstverständlich die „Kulturfeindlichfeit"
des Christenthums. „Die christliche Religion ist kultur-