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Lauf der menschlichen Entwicklung in der Vergangenheit
übereinzustimmen scheint. Bei näherer Betrachtung aber
zeigt es sich, daß ihm jede praktische oder wissenschaftliche
Basis fehlt und jede Übereinstimmung mit den
modernen Lebensbedingungen. In vergangenen primitiven
Gesellschaftsordnungen wurde durch die bloße Muskelkraft
und Größe des Mannes einerseits, durch die fortwährende
Inanspruchnahme der Frau für Gebären, Säugen
und Aufziehen der Kinder andererseits, diese Arbeitsteilung
nach Geschlechtern in fast allen Ländern (Ägypten
vielleicht ausgenommen)* unausweichlich. Die Frauen
übernahmen naturgemäß die schwere landwirtschaftliche
und häusliche Arbeit, weil sich diese immerhin eher als die
Beschäftigungen des Mannes in Jagd und Krieg mit der
fortwährenden Inanspruchnahme durch die Kinder vereinbaren
ließ. Es war nichts Künstliches in einer solchen
Teilung. Wohl lag die schwerste Last der ermüdendsten
und gleichförmigsten Arbeit auf den Schultern der Frau;
aber beide Geschlechter arbeiteten in der gebotenen Weise
für die Existenz der Gemeinschaft, und jedes überlieferte
dem anderen mittels Vererbung die Früchte seiner durch
stete Übung zunehmenden Kräfte, und die Rasse gedieh.
Einzelne Frauen mögen manchmal, ja sogar öfters, Häuptlinge
eines Stammes gewesen sein; der König der Ashantees
mag mit seinen gefürchteten weiblichen Kriegsscharen
in den Kampf gezogen sein, und Männer mögen
hier und da für ihre Kinder das Feld bebaut und das Gewand
gewoben haben; aber in der Hauptsache war in den
meisten Gemeinschaften die Teilung der Arbeit eine natürliche,
gerechte und segensreiche, und es war unausweichlich,
daß eine derartige Teilung stattfand. Wenn
* Die Arbeitsteilung unter den Geschlechtern im alten Ägypten und
anderen Ländern, in denen Ausnahmeverhältnisse bestanden, ist ein
Gegenstand von hohem Interesse, doch kann hier nicht näher darauf eingegangen
werden.