7 Schreiner, Die Frau
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arbeiten befähigenden Gehirn- und Nervenbeschaffenheit
und den Geschlechtsfunktionen eines Individuums. Es mag
sein, so unerklärlich es auch scheint, daß sich schließlich
irgendein Zusammenhang findet zwischen dem Gehirn- und
Nervenzustand, der das Individuum, sagen wir, zum Studium
der Mathematik befähigt, und der Natur seiner Geschlechtsattribute.
Die bloße Tatsache aber, daß von der Handvoll
Frauen, die sich bisher abstrakten Studien widmen durften,
einige sich in der höheren Mathematik auszeichneten,
beweist noch nicht notwendig, daß das weibliche Geschlecht
für mathematische Fächer eine höhere Eignung
als etwa für Staatswissenschaften, für Recht oder Verwaltung
besitze, Gebiete, zu welchen Frauen bisher tatsächlich
noch keinen Zutritt erhielten. Man behauptet manchmal,
weil einige geniale Frauen der neueren Zeit ihre schöpferische
Kraft in der Erzählungskunst zum Ausdruck zu
bringen suchten, daß ein innerer Zusammenhang im menschlichen
Gehirn bestehen müsse zwischen den Geschlechtsfunktionen
des Eierstocks und der Kunst der Erzählung.
Tatsächlich verhält es sich vielmehr so: Da die moderne
Erzählungskunst eine bloße Beschreibung des menschlichen
Lebens in seinen verschiedenen Phasen und die einzige
Kunst ist, die keiner speziellen Schulung und besonderer
Vorkehrungen bedarf, kann die Frau sie in jenen
Momenten ausüben, die sie den mannigfaltigen, ihr Leben
ausfüllenden, geisttötenden Beschäftigungen abstiehlt.
Und so wurde sie auf diesen Ausweg, als den einzigen,
der sich ihren Kräften bot, gedrängt. In welchen anderen
Richtungen ihre Begabung bei naturgemäßer Entwicklung
zum Ausdruck gelangt wäre, ist ihr selbst nur
teilweise bewußt, und was die Welt durch dieses in eine
bestimmte Richtung Zwingen von Begabungen, die vielleicht
in dieser Ausdrucksform nicht ihre naturgemäßeste
oder nicht ihre einzige Form gefunden haben, verloren
bat, kann niemand berechnen. Selbst in den unbedeuten