Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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schaften Albany, Rensselaer und Teilen vom Kolumbia- 
kreis und vom heutigen Massachusetts zusammenfallend. 
Ähnlich wurden zwei andre Direktoren, Godyn und Bloe- 
mart, Besitzer großer „Mark- und Landgrafschaften“. 
Wegen der gefährlichen Nachbarschaft der Indianer wurden 
solche Herrensitze meist wie förmliche Festungen ausgebaut, 
mit schirmenden Pfahlwerken und Gräben, mit Feuerroh- 
ren und Schießscharten versehen. 
Der eigentliche Anbau des Landes war, wie erwähnt, 
keineswegs der Hauptzweck solcher Gründungen. Aus dem 
Handel geboren, blieben sie dem Handel verbunden: 
weniger durch den Absatz von Ackerbauerzeugnissen, die 
schwer und kostspielig zu befördern und dazu wenig begehrt 
waren, um so mehr durch Holzschlag und Waldausnutzung, 
hauptsächlich für den Schiffsbau, und durch Ausübung 
der glänzend lohnenden Fluß- und Küstenfischerei. Auch 
im Pelzaustausch, dem zeitweise wichtigsten Kolonialver- 
kehr, spielten sie häufig wenigstens eine vermittelnde Rolle: 
denn das gewinnreiche Monopol des eigentlichen Handels 
ließ sich hier die holländische Westindiengesellschaft nicht 
so leicht aus den Händen winden. 
Um den Nahrungsbedarf für die Herrschaft und den 
Schwarm der Diener und Sklaven zu decken, ferner zum 
Waldschlag und zur Fischerei waren freilich weiße Nach- 
barn und Pächter, also Einwanderer, nötig. Aber gemäß 
dem Zuge der Zeit blieben sie ohne Volleigentum an dem 
ihnen zugewiesenen Land, persönlich bestenfalls in etwas 
zemilderter Leibeigenschaft, tatsächlich und selbst nach 
dem Wortlaut der Gesetze ohne Bürger- und Stimmrecht, 
>hne wahre Freizügigkeit für sich und ihre Familienglie- 
der, fremdem herrschaftlichen Gerichtsstand unterworfen. 
Doch mit ihrer Zuwanderung, ebenso mit der Entfaltung 
des nahen Küsten- und Seehandels, hob sich trotzdem der 
Reichtum ihrer Gebieter immer höher über das gemeine 
Maß hinaus, so daß selbst die alte Handelsaristokratie da- 
heim in Holland zuweilen von heller Eifersucht gepackt 
wurde und die Vorrechte des Patrontums zu beschneiden 
suchte, das in manchen Gepflogenheiten bereits die heu- 
tige Geldmagnatenoberschicht vorausahnen ließ: „Welch
	        
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