Full text : Die Frau und die Arbeit

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notwendig  macht,  nicht  die  natürlichen  physischen  Instinkte ­
  verlöschen,  die  die  Geschlechter  in  allen  Klassen
empfindender  Wesen  zueinanderziehen.  Und  noch  weniger ­
  kann  er  das  feinere  geistige  Bedürfnis  vernichten,  das
in  der  höher  entwickelten  Menschheit  die  Geschlechter  in
Gefühlsgemeinschaft  und  innigem  Verkehr  verbindet;  wohl
aber  kann  er  und  wird  er  unzweifelhaft  mächtig  auf  die
Beziehungen  bestimmter  Männer  zu  bestimmten  Frauen
Einfluß  üben  und  umwandelnd  wirken.
Während  die  Anziehung,  die  physische  und  geistige  der
Geschlechter  füreinander,  in  Umfang  und  Stärke  dieselbe
bleibt,  werden  die  Formen,  in  denen  sie  sich  ausdrückt,  und
vor  allem  die  relative  Macht  des  einzelnen,  über  die  Befriedigung ­
  von  Instinkten  und  Wünschen  zu  gebieten,  grundlegend ­
  verändert  und  in  manchen  Fällen  verkehrt  werden.
In  den  barbarischen  Gesellschaftsformen,  wo  die  physische ­
  Kraft  herrschte,  ist  es  der  stärkste  Mann  mit  den
stärksten  Muskeln  und  Fäusten,  den  rohesten  und  tierischsten ­
  Instinkten,  welcher  die  meisten  Frauen  erbeutet  und
besitzt,  und  ohne  Zweifel  wäre  er  berechtigt,  jede  soziale
Änderung,  welche  der  Frau  eine  größere  Freiheit  der  Wahl
gäbe  und  dadurch  dem  weniger  brutalen,  aber  vielleicht
klügeren  Mann,  den  die  Frau  wählt,  eine  gleiche  Gelegenheit ­
  für  die  Befriedigung  seiner  geschlechtlichen  Wünsche
und  für  die  Hervorbringung  einer  Nachkommenschaft
böte,  als  einen  entschiedenen  Verlust  zu  betrachten,  und
von  seinem  rein  persönlichen  Standpunkt  hätte  er  unzweifelhaft ­
  recht,  alles  zu  fürchten,  was  zur  Befreiung  der  Frau
führen  könnte.  Aber  er  wäre  offenbar  nicht  zu  der  Behauptung ­
  berechtigt,  die  größere  Wahlfreiheit  der  Frau  oder  die
Tatsache,  daß  andere  Männer  den  Vorteil,  mehrere  Weiber ­
  zu  haben,  teilen,  vermindere  irgendwie  die  Höhe  der
Sexualempfindungen  oder  die  Innigkeit  der  Beziehungen
zwischen  den  beiden  Hälften  der  Menschheit.  Er  selbst
würde  nicht  mehr  durch  rohe  Gewalt  so  viele  Frauen  be ­
            
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