Full text : Die Frau und die Arbeit

Jedes  Jahr,  jeden  Monat,  fast  jede  Stunde  zeigt  sich  wachsend ­
  dieser  Umschwung  auf  den  Gebieten  moderner  Arbeit, ­
  und  immer  tiefer  sinkt  der  Wert  der  rohen  Muskelkräfte ­
  von  Menschen  und  Tieren  auf  dem  Arbeitsmarkt,
während  geistige  Kraft,  Reife,  Gewandtheit  und  jene  Bildung, ­
  die  zur  Herrschaft  über  die  leblosen  Naturkräfte,
zur  Erfindung  von  Maschinen  führt,  im  Verein  mit  der  feinen ­
  Handfertigkeit,  die  zu  deren  Bedienung  erforderlich
ist,  immer  größere  Wichtigkeit  für  die  Menschheit  erlangen. ­
  Schon  stehen  wir  mit  gespannter  Erwartung  am  Vorabend ­
  einer  Erfindung,  einer  einfachen,  billigen  Methode
zur  Dienstbarmachung  verbreiteter,  überall  erreichbarer
Naturkräfte  (wie  z.  B.  der  Kraft  von  Ebbe  und  Flut).
Dann  wird  plötzlich  mit  einem  Schlage  und  für  immer
der  schon  im  jetzigen  Zivilisationsstadium  verhältnismäßig
geringe  Wert  roher,  mechanischer,  menschlicher  Kraft
verschwinden.  Der  physisch  noch  so  kräftige  Mensch,  der,
nach  Art  der  Maschine,  nichts  kann  als  stoßen,  ziehen
und  heben,  wird  auf  den  Gebieten  menschlicher  Arbeit
keinen  Wert  mehr  besitzen.
Daher  sehen  wir  schon  heute  überall,  wo  die  Bedingungen ­
  moderner  Zivilisation  vorherrschen  und  in  dem  Maße  in
dem  sie  vorherrschen,  überall  wo  die  Kräfte  des  Dampfes,
der  Elektrizität,  des  Windes  und  Wassers  durch  menschlichen ­
  Geist  als  Bewegungskräfte  in  den  Dienst  der  Vervollkommnung ­
  menschlicher  Arbeit  gezwungen  sind,  wo
fein  angepaßte,  wissenschaftlich  konstruierte  Maschinen  an
die  Stelle  einfacher  Handarbeit  getreten  sind,  in  der  ganzen ­
  Welt  große  Gruppen  von  Männern,  denen  ihre  alten
Arbeitsgebiete  entschwunden  sind  oder  im  Begriff  sind
zu  entschwinden,  und  die  vor  der  Tatsache  stehen,  daß  die
moderne  Welt  weder  Platz  noch  Bedarf  für  sie  hat.
Je  mehr  unsere  Zivilisation  fortschreitet,  um  so  mehr  finden ­
  wir  an  unseren  Hafenplätzen,  in  den  Straßen  und  auf
den  Feldern  überall  Männer,  deren  Gestalt  und  Körper21 ­


            
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