166
Dritter Abschnitt
Kapitalteil vorgeht, daß also v +m —v-+4v ist, wobei Av eineD
Zuwachs von v darstellt. Aber die wirkliche Wertveränderung und
das Verhältnis, worin sich der Wert ändert, werden dadurch ver“
dunkelt, daß infolge des Wachstums seines variierenden Bestand
teiles auch das vorgeschossene Gesamtkapital wächst. Es war 500
und es wird 590. Die reine Analyse des Prozesses erheischt also
von dem Teil des Produktenwertes, worin nur konstanter Kapital-
wert wieder erscheint, ganz abzusehen, also das konstante Kapita!
c gleich Null zu setzen und damit ein Gesetz der Mathematik anzt
wenden, wo sie mit variablen und konstanten Größen operiert und
die konstante Größe nur durch Addition oder Subtraktion mit der
variablen verbunden ist,
Eine andere Schwierigkeit entspringt aus der ursprüngliche?
Form des variablen Kapitals. So im obigen Beispiel ist C’ — 410 Pfd
Sterl. konstantes Kapital + 90 Pfd. Sterl. variables Kapital -+ 90 Pfd-
Sterl. Mehrwert. 90 Pfd. Sterl. sind aber eine gegebene, also ko
stante Größe und es scheint daher ungereimt, sie als variable Größ®
zu behandeln. Aber 90 Pfd. Sterl. variables Kapital ist hier in de
Tat nur Symbol für den Prozeß, den dieser Wert durchläuft. Der
im Ankauf der Arbeitskraft vorgeschossene Kapitalteil ist ein b*
stimmtes Quantum vergegenständlichter Arbeit, also konstante Wert
größe, wie der Wert der gekauften Arbeitskraft. Im Produktion*
prozeß selbst aber tritt an die Stelle der vorgeschossenen 90 Pfd
Sterl. die sich betätigende Arbeitskraft, an die Stelle toter lebendig®
Arbeit, an die Stelle einer ruhenden eine fließende Größe, an di®
Stelle einer konstanten eine variable. Das Resultat ist die R“
produktion von v, vermehrt um einen Zuwachs. Vom Standpunk
der kapitalistischen Produktion ist dieser ganze Verlauf Selbst
bewegung des in Arbeitskraft umgesetzten, ursprünglich konstante?
Wertes. Ihm wird der Prozeß und sein Resultat zugute geschriebe
Erscheint die Formel 90 Pfd. Sterl. variables Kapital oder sich ver
wertender Wert daher widerspruchsvoll, so drückt sie nur einen d#
kapitalistischen Produktion immanenten Widerspruch aus.
Die Gleichsetzung des konstanten Kapitals mit Null befremd®
auf den ersten Blick. Indes vollzieht man sie beständig im Alltag”
leben. Will jemand zum Beispiel Englands Gewinn an der Bau
wollindustrie berechnen, so zieht er vor allem den an die Vereinigte
Staaten, Indien, Aegypten usw. gezahlten Baumwollpreis ab; da
heißt er setzt im Produktenwert nur wieder erscheinenden Kapital
wert gleich Null.
Allerdings hat das Verhältnis des Mehrwertes nicht nur zul
Kapitalteil, woraus er unmittelbar entspringt und dessen Wet
veränderung er darstellt, sondern auch zum vorgeschossenen Gesamt
kapital seine große ökonomische Bedeutung. Wir behandeln di
Verhältnis daher ausführlich im dritten Buch. Um einen Teil 6
Kapitals durch seinen Umsatz in Arbeitskraft zu verwerten, mv
ein anderer Teil des Kapitals in Produktionsmittel ve. wandelt wer“