Die Bedeutung des Tausches im ñrbeits- u. Wertbildungsprozeß
für ihn so gut vorhanden, wie für bas Tier des Waldes,
er kann nehmen, was ihm beliebt, aber er hat, wie
heute der afrikanische wilde, nicht die Gewißheit, daß
nicht ein Stärkerer über ihn kommt und ihm alles
nimmt, was er besitzt. Bei Jäger- und Nomadenvölkern
spielt nun das Recht auf den Grund und Boden noch
keine so wichtige Rolle, aber vom Augenblicke an, wo der
Rkensch sich dem Ackerbau zuwendet ist die Frage: behalte
ich das Stück Land auch, in das ich meine Ñrbeit und
meine Saat hineingelegt? von entscheidender Bedeutung.
Die Sicherung dieses Besitzstandes, also die Ñn-
sammlung der nötigen wacht, um ihn gegen äußere
feinde zu schützen, hat jedenfalls zu den ersten Bil
dungen von Dorfgemeinden und Stammesgenossen
schaften geführt, in denen die Reime der modernen
Staatenbildung ruhen. Tine Gemeinde oder ein Stamm
war von seinen Nachbarn schwerer zu vergewaltigen,
als ein einzelner, er bildete die Gewähr des ruhigen
Besitzes, bis diese Gewähr mit der fortschreitenden
5taatenbildung auf immer größere Gruppen überging,
bis zu den heute in Waffen starrenden Großmächten.
Tin innerer Unterschied in der Funktion dieser
primitivsten und modernsten Organisationen besteht
nicht - nur der Umfang des Stück Landes ist verschieden,
dessen ruhigen Besitz ihre wacht ihren Bürgern sichert.
Daraus geht hervor, daß auch nur diese Organisa
tionen allein ein wirkliches Recht haben, über den
Grund und Boden zu verfügen. Der einzelne kann
ein Recht der Nutzung nur aus dieser ersten Quelle
des Rechtes schöpfen, wan kann in Lavelepes „Ur-
eigentum" nachlesen, in welcher weise die verschiedenen
Völker diese Aufgabe der Benutzung des Grund und
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