Full text : Der Brotwucher

Folgerungen und Forderungen.
— 8 auch die Wähler jein müffen ,.... Doch das i{t ein Kapitel
für fich.*)

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Was ijt zu tun?
Wenn dem immer Ddreifter fihH gehabenden Brotwucher ein fefter
Damm entgegengefegt werden fol, dann genügt e& durchaus nicht, den
Dehlzo aufzuheben, Frachttarife, Steuern und Abgaben zu ermäßigen;
dann muß au dem Überprofit der Bäcker zu Leibe gegangen werden.
Dier liegt „der Hafe im Pfeffer“, liegt der „Hund begraben“ ; ‚da |prudelt
eine Hauptquelle der Brotteuerung. Hic Rhodus, hic salta! Auf, ihr
volitijgen Torreadors und padet den: 5 Stier“ bei den Hörnern, ‚wo
immer er zu finden ijt! Ich meine, daß dem Wucher mit der Schärfe
de Sefeges zu Leibe gegangen und daß wieder ein preisregulierender
‚yaftor in der Broterzeugung wirkfjam werden muß. Die Brotverforgung
darf nicht länger Spielball von Spekulanten fein, die, geftüßt auf Geld-“act
 und Immunität, den Bäckerprofit übervalorifieren. Die Konfumvereine
müfjen wieder zu Inftrumenten der Berbilligung der Lebensmittel, zur
Bejeitigung des Überprofitz in Produktion und Handel, die Herftellung
des wichtigjten Mahrungsmittel8 muß entpolitifiert werden durch ein
Kartell- und Inkompatibilitätsgejeg. Die politijdhen Schufter mögen bei
‘rem parlamentarifjchen Stiefel bleiben! Wenn die Konfumvereine aus der
Umflammerung der Parteipolitiker befreit jein werden, dann können fie wie
im Deutjchland, der Schweiz und andermärtSZ ein billiges Brot erzeugen;
dann wird die Genoffen|haftsbewegung eine Bolfsbewegung werden, in
der Parteipolitik Privatfache ift und wo fie nichts zu fuchen hat. Gewiß
wird und jo fie vor allem der Arbeiterklafje, der Klafje der Lohn- und
Sehaltsempjänger dienen und mit der jozialdemokratijdhen Partei in Wirt-Ihaftsfragen
 Hand in Hand gehen. Das fjolM aber nicht unter dem Drucke
der Barteidiktatur, fondern in vollfter Freiheit gejhehen. Neutralität heißt
nicht wirtfchaftspolitijche Indifferenz, Jondern Unparteilichtfeit, Unabhängig:
feit; Ablehnung der Unterordnung unter eine Partei, aljo un einge-‘Oränfte
 Autonomie. Die Genofjenidhaftsbewegung gedeiht nur in der
‚Sreiheit; wo Partei i{t, Herricht Zwang; wo Zwang, gibt es Keine
Demokratie. Die Politiker haben zu Kontrollieren, zu Kritifieren, zu
opponieren, zu balancieren; aber nicht zu produzieren, nicht zu

*) Die Krije des Parlamentarismus und der Demokratie, deren Schwächen 3. B.
durch Schaffung eines vom Zufall der Wahl teilweije unabhängigen Wirtfhajtsrates
behoben werden Könnten, joll in einer eigenen Schrift dargelegt werden.
            
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