Full text: error

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Beschwerde wegen der unzureichenden Verteilung von Lebens 
mitteln in Triebei. 
Bochum, den 7. Juli 1916. 
An Sc. Exzellenz, Herrn von Batocki in Berlin. 
Ew. Exzellenz! 
Unterzeichneter erlaubt sich, Ew. Exzellenz die Abschrift eines 
Schreibens zu überreichen, das uns von unserem Bezirksleiter des 
Senstenberger Gebiets zuging. Aus diesem Schriftstück ist zu 
ersehen, wie die Verteilung der Nahrungsmittel in Triebel, wo 
viele Bergarbeiter der Grube Hoffnung wohnen, vorgenommen 
wird. Da wir annehmen, daß Ew. Exzellenz zur Information 
gerne Kenntnis von dem Schreiben nehmen und auf Beseitigung 
der gerügten Mißstände drängen werden, hielten wir die direkte 
Zusendung der Beschwerdeschrift für angebracht, da die Berg 
arbeiter Triebeis der Ansicht sind, daß ein Vorgehen bei deni 
Herrn Landrat zwecklos sei. 
Die Beschwerdeschrift, die zugleich Bericht über eine am 30. 
Juni d. I. stattgefundene Belegschaftsversammlung enthält, hat 
folgenden Wortlaut: 
„In der Belegschaftsversammlung, die am 30. Juni in 
Triebel stattfand, wurden betreffend der Lebensmittelfragen 
folgende Beschwerden vorgebracht: 
l. Brotversorgung. Schon im März 1915 machte die Orts 
verwaltung der dortigen Zahlstelle an den Königlichen Landrak 
zu Sorau eine Eingabe um mehr Brot, da die dortigen Berg 
arbeiter die Zusatzration, die anderen Schwerarbeitern gewährt 
wird, nicht erhielten. Der Landrat lehnte ab. Der Kamerad 
Haupt ersuchte den Landrat, die Eingabe dem Regierungs- 
Präsidenten zu unterbreiten. Tie Antwort dos Regierungs 
präsidenten war ebenfalls ablehnend und ging dahin: 
Die Eingabe ist nur von 17 Arbeitern unterschrieben. 
Nach den getroffenen Ermittelungen sind in der Gegend um Triebel 
200 Bergarbeiter beschäftigt und sind mithin 183 mit der Ration zu 
frieden, da kann auf die 17 keine Rücksicht genommen werden, . . . ." 
Tie Leute bekamen also anfangs 4 Pfund und dann 3f^ 
Pfund Brot. Erst nach wiederholten Eingaben ist im Mürz 1916 
eine kleine Zulage gegeben worden. Jetzt bekommen die Leute 
seit Mürz 1916 1900 Gramm Brot und 360 Gramm Zusatz die 
Woche. Die Zusatzmarken werden nicht mit den Brotmarken 
ausgegeben. Tann sind dieselben immer noch nicht da und die 
Leute müssen eine bis zwei Wochen warten. Da auf zurück 
liegende Wochen der Zusatz nicht gegeben wird, so verlieren sie 
für die Wochen, die sie warten muhten, den Zusatz. In Jockdorsi
	        
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