Full text: Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

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Italien. Textilindustrie : Rohstoffe, Halbfabrikate. 
Die rolie Baumwolle wird zum größten Teil aus Nordamerika, Britisch - 
Indien und Ägypten eingeführt. Genauere Angaben, nach Mengen und Herkunfts 
ländern geordnet, befinden sich auf S. 254. 
In den letzten Jahren bemühte sich Italien, Baumwolle im Inlande zu 
pflanzen, und zwar in Apulien und Sizilien, doch kommen die gewonnenen 
Mengen bis jetzt noch nicht in Betracht. 
Rohe Wolle wird zwar im Inlande gewonnen, aber lange nicht in aus 
reichender Menge, denn es mußte im Jahre 1913 noch für 37 Milk Mark Wolle 
aus dem Auslande bezogen werden. Andererseits wird in den letzten Jahren 
auf eine bessere Förderung der Schafzucht großes Gewicht gelegt. Die Zahl 
der Schafe ist innerhalb 25 Jahren von 8,5 Millionen auf 11,5 Millionen gestiegen. 
Was die Seide betrifft, so hat Italien unter den europäischen Staaten die 
größte Kokonsproduktion, obgleich sie in stetem langsamen Rückgang begriffen 
ist. Im Jahre 1900 betrug die Kokonsernte 57000 t und im Jahre 1912 47500 t. 
Es wird über den Rückgang der Seidenraupenzucht in Italien viel geklagt, aber 
eine Abhilfe dürfte kaum zu erreichen sein, weil diese in erster Linie von billigen 
Arbeitskräften abhängig ist. Japan und China besitzen in dieser Richtung eine 
große Überlegenheit. Die italienische Rohseidenfabrikation hat indessen durch 
den Rückgang der Seidenraupenzucht keine Einbuße erlitten, denn es werden 
große Mengen Kokons aus Rußland, Österreich-Ungarn und der Türkei usw. ein 
geführt. Der Wert der ausgeführten Rohseide, abzüglich der eingeführten, betrug 
im Jahre 1890 45,4, im Jahre 1913 95,7 Milk Mark, so daß bei abnehmender 
Kokonsernte die Rohseidenproduktion dennoch beträchtlich zugenommen hat. 
Leinen. Die Einfuhr von Flachs ist nicht bedeutend. 
Jute. Die beträchtliche Juteeinfuhr 1913 im Werte von 27,2 Milk Mark 
stammt aus Britisch-Indien. 
Halbfabrikate. 
Die Einfuhr an Halbfabrikaten ist verhältnismäßig gering, während die 
Ausfuhr derselben bereits eine, ziemliche Höhe erreicht. 
Baumwolle. Die Spinnereien arbeiten für den Inlandsbedarf so weit, daß 
die Einfuhr 1913 an rohen und gezwirnten Garnen ganz unbedeutend ist, während 
die Ausfuhr darin die stattliche Höhe von 24,5 Milk Mark aufweist. Auch bei 
gebleichten oder gefärbten Garnen zeigt die Ausfuhr gegen die Einfuhr einen 
Überschuß von 4,6 Milk Mark. Rohe feinere Gewebe wurden für 1,8 Milk Mark 
eingeführt, während rohe Exportgewebe für 17,1 Milk Mark ausgeführt wurden. 
Wolle. Die stärkste Einfuhrposition ist Kammzug, wovon im Jahre 1913 
für 30,6 Milk Mark eingeführt wurde. Die Produktion der Kammgarnspinnereien 
ist dagegen bedeutend, denn sie deckt nicht nur den großen Inlandsbedarf an 
Kammgarnen, sondern konnte auch einen Ausfuhrüberschuß von 3,1 Milk Mark 
erreichen. 
Seide. Sehr bedeutend ist die Ausfuhr an gezwirnter Seide, die im 
Jahre 1913 die Höhe von 114,7 Milk Mark erreichte, während die Einfuhr darin
	        
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