Full text: Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

Produktion. 
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9 Siehe Fußnote auf Seite 212. 
unter der Bezeichnung Automat verstanden wird. Die damit ausgerüsteten 
Maschinen laufen beträchtlich schneller, mit 135 Stich pro Minute und besitzen 
größere Schiffchen von anderer, weniger Raum erfordernder Anordnung. Die 
Karten bestehen aus endlosen Bändern, die an der Jacquardseite auf- und 
niederlaufen und auf sinnreichen Spezialmaschinen geschlagen werden. In 
Nottingham (England) sind von den 100 10 Yards breiten Maschinen 20 auto 
matisch gebaut und 17 davon Plauener Fabrikat. Schon jetzt beläuft sich der 
Absatz des Zahn-Automaten auf rund 2000 Exemplare, wovon viele nach den 
Vereinigten Staaten von Amerika ausgeführt werden. 
Über die Entwickelung der Stickereiindustrie Ende 1913 berichtet die 
Neue Züricher Zeitung wie folgt: Seit mehr als einem Dezennium orientiert uns 
eine seinerzeit von Herrn Kellner in Rorschach 1 ) ins Leben gerufene Statistik 
alljährlich über die Zahl der Schifflistickmaschinen im schweizerisch-vorarl- 
bergischen Stickereigebiet. Die Arbeit hat allmählich einen anerkennenswerten 
Ausbau erfahren und erscheint seit einigen Jahren im Verlage der Buchdruckerei 
E. Löpfe-Benz in Rorschach. Der Automat hat begonnen, das Industriegebiet 
zu erobern und hat einen großen Teil davon auch schon gewonnen. Der 
Warnungsruf, man möchte von der Aufstellung neuer Schifflistickmaschinen mit 
Rücksicht auf die allgemeine Lage der Industrie und die Gefahr einer stetigen 
Überproduktion auch in ganz guten Geschäftszeiten absehen, hat nicht überall 
Beachtung gefunden. Allerdings sind im letzten Jahre nur ganz wenige größere 
neue Fabriketablissements entstanden. Wenn die Zahl der Etablissements sich 
trotzdem von 1704 anfangs 1913 auf 1859 zu Anfang 1914 vermehrt hat, so ist 
dies auf die Tatsache zurückzuführen, daß auffallend viele Einzelmaschinen 
Aufstellung gefunden haben, ganz besonders im Kanton St. Gallen und auch in 
Thurgau, Appenzell a. Rh. und Zürich. Umgekehrt ist die Maschinenzahl zurück 
gegangen, und zwar von 8357 auf 8090. Dieser ziffernmäßige Rückgang könnte 
nun aber sehr leicht zu falschen Schlüssen führen und die Meinung aufkommen 
lassen, es wäre damit auch die Produktionsfähigkeit im allgemeinen gesunken. 
Uie verminderte Maschinenzahl (Januar 1913 : 8357. 1909 ; 6457- 19° 1: 2670) 
erklärt sich daraus, daß eine große Anzahl kurzer Maschinen, weil nicht mehr 
leistungsfähig, entfernt wurde. An ihre Stelle sind dann lange Maschinen mit 
Automatenbetrieb getreten; ein großer Teil der kurzen Maschinen dürfte wohl 
durch solche von 15 Yards Länge ersetzt worden sein. So hat die Firma Saurer 
ln Arbon im verflossenen Jahre rund 350 neue Maschinen aufgestellt, die 
Maschinenfabrik Plauen 120 usw. Hatten wir letztes Jahr erst ganz wenige 
J 5- Yards-Maschinen, so sind es heute bereits 70, nämlich 53 Saurer und 
D Plauener. 1913 hat uns neben den Plauener Automaten auch noch den 
ebenfalls vorzüglich arbeitenden Saurerschen gebracht. Den 1421 Automaten 
Im letzten Jahre stehen bereits 1792 mit 128 Punschiermaschinen im Jahie 1914 
gegenüber; die Zahl der Pantographmaschinen beläuft sich nur noch auf 6298.
	        
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