China. Textilindustrie.
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China.
Ein- und Ausfuhr im Jahre 1911.
In Millionen Mark.
Ein- und Ausfuhr
im Jahre 1911
Die
ein- und ausgeführlen Waren nach dem
Stande der Verarbeitung
Einfuhr
Ausfuhr
Einfuhr
Ausfuhr
Roh
stoffe
Halb
fabrikate
Fertig
waren
Roh
stoffe
Halb
fabrikate
Fertig
waren
Baumwolle
412,8
59,2
2,5
184,5
225,8
59,2
—
Wolle
19,5
22,3
—
3,4
16,1
22,3
—
—
Seide
6,5
255,0
—
—
6,5
180,6
24,4
50,0
Leinen, Jute und Ramie .
9,8
11,8
—
—
9,8
6,1
—
5,7
Konfektion
15,8
3,7
—
—
15,8
—
3,7
464,4
352,0
2,5
187,9
274,0
268,2.
24,4
59,4
Die gesamte Ein- u. Aus-
fuhr beträgt
1327,1
1068,1
—
—
—
—
—
—
Der Anteil der Textil-
industrie am Außen-
Pro z.
Proz.
handel beträgt demnach
35,0
32,9
—
—
—
—
—
—
Annähernd der dritte Teil aller ein- und ausgeführten Werte in China
bezieht sich auf die Textilindustrie. Die Einfuhrsumme ist nicht wesentlich
höher als in Japan, doch besteht die Einfuhr in China zum größten Teil aus
Halbfabrikaten und Fertigwaren, hingegen die Japans zum größten Teil aus
Rohstoffen.
Die Textilindustrie Chinas ist eine der ältesten Industrien der Welt, aber
in ihrer Entwickelung ist sie stark zurückgeblieben. Ihr Hauptgebiet war früher
und ist auch heute noch die Klein- und Hausindustrie. Erst in den letzten
Jahrzehnten wurden die Baumwollspinnereien und Webereien auf fabrikmäßiger
Grundlage errichtet, aber die Erfolge waren im Anfang sehr geringe. In den
letzten Jahren erst konnten sie sich so weit entwickeln, daß sie einen kleinen
Teil des großen inländischen Bedarfs zu decken vermochten.
Es fehlt hier zumeist an entsprechendem Unternehmungsgeist und an Kapital,
so daß es noch viele Jahre dauern kann, bis eine wirkliche industrielle Ent
wickelung einsetzt. Dabei sind die Verhältnisse für die Textilindustrie in China
insofern günstige, als die Rohstoffe für diese im Inlande selbst in großen Mengen
gewonnen werden. Auch stehen brach liegende Arbeitskräfte genügend zur
Verfügung.
Im Klein- und Hausbetrieb werden bis jetzt die Baumwoll- und Seiden
industrie am stärksten betrieben.