Full text: Die Landwirtschafts-Genossenschaften Sowjet-Rußlands

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Unternehmungen organisiert worden, welche die Betriebs 
führung der Bauernwirtschaft verbessern. Im Verlauf von drei 
Jahren sind für 21 Millionen Rubel landwirtschaftliche Maschinen, 
Geräte und andere Produktionsmittel aufs Land gebracht worden, 
das heißt, es ist ein merkbarer Anfang zur Mechanisierung 
der Produktion gemacht, die unter dem Zarismus auf niedrigster 
Stufe stand. Stellenweise ist die Elektrifizierung durch 
geführt (z. B. im ganzen Kreise von Schungenskoje). Eine große 
Anzahl kooperierter Bauernwirtschaften sind schon zur Verbesse 
rung ihres Saatwechsels, zur Führung von Sektionskulturen usw. 
übergegangen. Vielerorts haben diese Maßnahmen denBodenertrag 
um einige Male erhöht (z. B. im Kreise Schungenskoje war die 
Kartoffelernte um das Fünffache höher als der Durchschnitt), 
Neben der horizontalen Umfassung der Bauernwirtschaften 
wächst auch die vertikale, was auf organisierte Weise durch die 
im „Selskosojus“ stets neuen Herausbildungen von speziellen Zen 
tren für Flachs-, Butter-, Kartoffel- usw. Genossenschaftsver 
bänden zum Ausdruck kommt. Die Kreditfunktionen sind zu einem 
bemerkenswerten Teil in der Allrussischen Genossenschaftsbank 
zentralisiert, die Versicherungsoperationen im Versicherungsver 
band. Durch diese systematische genossenschaftliche Durch 
organisierung gliedert die landwirtschaftliche Genossenschaft die 
einzelnen Zweige der Landwirtschaft in die Planwirtschaft ein, 
wobei es ihr gelingt, sie zu stets neuen Steigerungen zu bringen. 
Die Sowjetmacht läßt der landwirtschaftlichen Genossenschaft 
jegliche Unterstützung angedeihen, indem sie ihr Geldkredite 
und Warenkredite auf Industrieerzeugnisse gibt, 
indem sie Steuervergünstigungen oder völlige Steuerfreiheit 
verordnet (nach dem Dekret über die einheitliche Landwirts 
steuer beträgt die Vergünstigung bis zu 25 Prozent Rabatt, die 
Genossenschaften werden von der Gewerbesteuer befreit usw.), 
indem sie für die in der Wirtschaft durchgeführten Verbesserungen 
Prämien verabfolgt usw. 
Zum dritten Jahrestag im August 1924 führte die landwirt 
schaftliche Genossenschaft eine Kampagne zur Vergrößerung ihrer 
Mitgliederzahl und zur Kapitalbeschaffung in ihren Verbänden 
durch. Die leninistische Parole dieser Jubiläumskampagne war: 
,,Mit Hilfe der Arbeiter- und Bauerngewalt führt die landwirt 
schaftliche Genossenschaft durch weitgehendste Vergenossenschaf 
tung der Bauernwirtschaften (maximale Kooperierung der Bauern 
wirtschaften) die individualistische, noch zurückgebliebene Land 
wirtschaft zu einer höheren Form des vergesellschafteten Land 
baues, zum Sozialismus.“ 
Wieso ist in so kurzer Zeit eine so starke Entwicklung der 
Genossenschaftsbewegung möglich? Daß dies allein durch die 
siegreiche Revolution und die proletarische Diktatur er 
möglicht wurde, ist die große historische Lehre.
	        
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