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Kostenreserve kalkulieren muß. Nach Auslieferung soll eine
Ertragsberechnung für die Gesamtmenge stattfinden, die tat
sächliche Ausgaben und Einnahmen einander gegenüberstellt. Reicht
die Fertigungsdauer noch in das nächste Betriebsjahr, muß für die
Zwecke der Inventurberechnung eine Zwischenberechnung
der bisher entstandenen Kosten der in Fertigung befindlichen, der
fertigen, aber noch 1 nicht abgelieferten Stücke vorgenommen werden.
In der Serienfabrikation, z. B. \Motore, Kraftwagen, werden die
Kosten häufig für die einzelnen Serien von 25 oder 50 Stück kal
kuliert (Serienberechnung).
Ein Beispiel aus dem Leben. Es werden zwei Kostenberech
nungen für je sechs Monate einander gegenübergestellt: Die
erste (I.) aus der Zeit vom Beginn der Erzeugung (nach Fertig
stteilung der Neuanlagen) bis zur Erreichung der mittleren
Monatsleistung (Anfangsperiode init ihren technischen Schwierig
keiten bei der Einarbeitung der Arbeiter und Maschinen). Die zweite
(II.) aus der Zeit der anschließenden Normalleistung mit fortlaufenden
Fabrikation, aber ohne Erreichung der Höchstleistung von 300 t
monatlich: Abschreibungen auf die Anlagen sind nicht eingerechnet.
I II
Monatliche Durchschnitts
leistung 92,41 280 t
Löhne (Stundenlohn, 1918) 100,— Mk. 54,15 Mk.
Betriebs- und Handlungs
unkosten 160,25 „ (160%) 91,68 „ (169%)
Materialien 165,77 „ 165,77 „
426,02 Mk. 311,60 Mk.
15% Verwaltungskosten 63,90 „ 46,75 „
für 100 kg 489,92 Mk. 358,35 Mk.
Lieferpreis 560,— Mk. 420,— Mk.
Bei einer Steigerung der Produktionsmenge um 203 o/o (92,4 t
= 100o/o) sinkt der Selbstkostenpreis um 27o/o, die Lohnkosten
allein fallen um 46 o/o 1 .
In welchem Grade die Unkosten fozw. die Einarbeitungs
kosten die ersten Monate der Fertigung eines neuen Artikels be
lasten, ist im folgenden praktischen Beispiel der Metallbearbeitung
ersichtlich gemacht. Die Arbeitslöhne der ersten Produktionsmonate
sind hauptsächlich solche für die Herstellung von Werkzeugen und
Einrichtungen (es handelt sich um Eisenzünder, 1918):