WIRTSHAUSSCHILDER IM ALTERTUM
Pompeianam iratam qui hoc Jaeserit = den Beschädiger möge
eine venerische Krankheit treffen), also eine Verwünschung
dessen, welcher das schöne Gemälde beschädigen sollte; merk-
würdig außer durch die Orthographie, Grammatik und die
Nennung einer pompejanischen Venus ist dieser Fluch auch
durch die Übereinstimmung mit einer noch heute in Neapel!
gebräuchlichen Verwünschungsformel: abbia la Venere!
Außer den Ladenzeichen und den ihnen verwandten
Zeichen wurden auf die Pfeiler der Läden, vielfach noch die
bekannten symbolischen Schlangen, ähnlich dem Penta-
gramm (Drudenfuß) in Deutschland, als talismanische
Zeichen zur Abwehr von Unheil angemalt, hier und da wohl
auch noch ein anderer Schutzgenius (genius loci).
Auf den Wirtshausschildern
'insignia) in Pompeji waren reklame-
artige, ja sogar bildliche Darstel-
lungen angebracht. So sehen wir
auf dem Schilde des Wirtshauses
„Zum Elefanten‘ dieses Tier,
geführt von einem kleinen Manne,
abgebildet. Die Anschrift sagt uns,
daß Sittius den „,Elefanten‘‘ erneuert
hat und daß ‚„,hospitium hic locatur
triclinium cum tribus lectis et com-
modis‘‘ = hier befindet sich ein Gast-
hof mit drei Logierzimmern (Bau-
meister, Denkmäler des klassischen
Altertums, Bd. ı, 1885, S. 236). Der
Busch war als Wirtshauszeichen 45 17 Zeichen eines Gast:
ebenfalls bereits bei den Römern zu warkes an var ompali-
finden. Bezeichnend hierfür ist das Sa
lateinische Sprichwort ‚Vino vendibili hedera non opus est“,
das sich übrigens auch in England findet „good vine needs no
bush‘ und auf deutsch heißt ‚für einen guten Wein braucht
man keinen Busch‘‘
b) Das Wirtshausschild im Mittelalter.
Im Mittelalter erreichte das Geschäftsschild seine
früheste und reichste Blüte in seiner Eigenschaft als Wirts-