Anklang gefunden hatten. Aus den Teilnehmerinnen
dieser Veranstaltungen, ist später die Frauengruppe her-
vorgegangen, die dem Bunde wertvolle Dienste ge-
leistet hat.
Qn der 7. Hauptversammlung sind Vorträge von Dr.
Heinrich Wehberg über Ehelossigkeit und Sozialre-
form, von Michael Flürscheim über die Arbeitlosigkeit
und die Mittel zu ihrer Beseitigqung, von Pastor Theodor
Zollmann über die Kolonialfrage und von unserem
Frankfurter Bundesmitglied Moritz A. Loeb über Kom-
munalsteuern gehalten worden. Dr. Wehberg hat in
einer Gesundung unserer sozialen Verhältnisse das beste
Mittel zur Förderung des Eheglücks gesehen. Pastor
Zollmann warnte vor der Einführung des unbesschränk-
ten Privateigentums am Grund und Boden in unseren
Schutzgebieten. Alle Kolonialfreunde sollten dafür ein-
treten, daß den Eingeborenen nicht eine Institution auf-
erlegt wurde, die ihnen so gut wie ganz unbekannt Fei.
Flürscheim behandelte das Problem der Arbeitlosig-
keit und sah die Ursache in den Zinstributen der Groß-
kapitalisten, die ihre Ersparnisse immer in neuen Tribut-
rechten anlegten. Die Zinsguthaben würden in Wäh-
runggeld verlangt und das Währunggeld der Welt sei
nur in beschränkter Menge vorhanden. Die dadurch ver-
anlaßten Krisen und die Arbeitlosigkeit könnten nach
seiner Meinung durch eine andere Währung beseitigt
werden, die die Geldbenutzung automatisch jedem Produ-
zenten zugängig mache.
Eine solche Währung sollte nach Flürscheims Ansicht
durch das War eng eld geboten werden, d. h. Papier-
geld, das von Warenbanken ausgegeben und von ihnen
für Warenbezüge in Zahlung genommen werde.*) Vor-
aussetzung dafür sei, daß dieses Papiergeld als gesetliches
*) Vergl. Seite 111 und 118.
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